Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Ohno stiehlt gierigen Asiaten die Shorttrack-Show
Ein Crash, ein Schrei, dann endloser Jubel: Eine Slapstick-Einlage zu gieriger Südkoreaner hat US-Superstar Apolo Anton Ohno beim ersten Olympia-Finale im Shorttrack mit dem zweiten Platz die Tür zu einem neuen Erfolgsmärchen geöffnet.
Beim rasanten Auftakt im Pacific Coliseum von Vancouver kam der millionenschwere US-Boy hinter Lee Jung-Su aus Südkorea über 1500 Meter völlig unverhofft auf den Silberrang und erkämpfte damit seine sechste Medaille bei Olympischen Winterspielen. «Davon lebt unser Sport: Viel Kontakt, viel Kampf. Heute war es furchtbar eng, und ich habe profitiert», gestand der 27-Jährige, der immer wieder sechs Finger in die Luft streckte und sich von den Fans minutenlang feiern ließ.
30 Meter vor dem Ziel hatte noch alles nach einem glatten Dreifach-Erfolg der Südkoreaner ausgesehen, doch dann startete Weltmeister Lee Ho-Suk eine letzte Attacke und bedrängte seinen Landsmann Sung Si-Bak so vehement, dass beide in der Kurve stürzten und den Weg für Ohno freimachten. Unbeeindruckt vom Kampf seiner Landsleute lief der 20 Jahre alte Weltcupsieger Lee Jung-Su über den Zielstrich. Es waren das 18. Gold und die 30. Olympia-Medaille für die Shorttrack-Großmacht. «Meine Freude ist aber etwas getrübt, weil die beiden anderen die Medaillen verspielt haben», gestand der Champion.
Fast 11 00 Zuschauer in der früheren Eishockey-Spielstätte der Vancouver Canucks hielt es angesichts der dramatischen Zuspitzung nicht auf ihren Sitzen. Shorttrack hatte wieder alles geboten, was die Kanadier so lieben: Drängeleien, Stürze, rasante Kurven-Manöver. Unübertroffen bleibt aber weiter der kurioseste Einlauf der Olympia- Geschichte, als der Australier Steven Bradbury vor acht Jahren in Salt Lake City von Stürzen aller Konkurrenten profitierte und als eigentlich Abgeschlagener zu olympischem Lorbeer und dem ersten Winter-Gold für sein Land gekommen war.
Mit nun je zweimal Gold-, Silber und Bronze zog Ohno, der Mann mit dem lustigen Kinnbärtchen, in der Zahl der Medaillen mit der großen Eis-Sprinterin Bonnie Blair gleich. Sie hatte es als erfolgreichste US-Athletin bei Winterspielen auf fünfmal Gold und einmal Bronze gebracht. «Das war ein fantastischer Start der Spiele für mich», jubilierte «Silverstar» Ohno.
Prächtig schlug sich der Mainzer Sebastian Praus, der im B-Finale Platz fünf belegte und in der Endabrechnung Elfter wurde. Damit verpasste er sein bisher bestes Olympia-Ergebnis mit Platz 10 vor vier Jahren in Turin nur knapp. «Das B-Finale war mein Ziel. Es wäre unrealistisch gewesen, hier von Medaillen zu träumen», sagte er.
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