Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Tyson boxt sich durch: Goodbye mit Glück und Glanz
Von Ralf Jarkowski, dpa
Als Kanadas Shorttracker wie im Goldrausch ums Eisoval kreisten, stand Tyson Heung in den Katakomben des riesigen Coliseums und freute sich über Platz fünf fast wie ein Olympiasieger.
«Das ist unglaublich. Ich bin sehr zufrieden. Ich hatte Glück, okay, aber ich habe es auch verdient», sagte der 30-Jährige nach dem größten Erfolg eines deutschen Shorttrackers in der Olympia- Geschichte. Erst Glück, dann Glanz: Die Rechnung des Mathematik- und Physiklehrer ging auf an diesem Abend in Vancouver. In seiner alten und neuen Heimat feierte der Deutsch-Kanadier seinen größten Erfolg.
Zweiter im B-Finale im letzten Olympia-Rennen, ein perfekter Abschied. Freundin Julie und Heungs Eltern saßen unter den 14 000 tobenden Fans im Pacific Coliseum und drückten die Daumen. Seit Dezember 2004 lebt und trainiert der gebürtigen Kanadier in Dresden, pendelte oft zwischen Deutschland und seinem Geburtsland. «Ich trainiere jetzt noch für die WM und genieße dann meine letzten drei, vier Wochen in Deutschland», sagte er. Ein neues Abenteuer lockt, aber Wehmut ist schon dabei. «Wer weiß, wann ich zurückkomme. In fünf Jahren? Oder vielleicht erst in zehn Jahren.»
Die Welt ist groß, und Tyson Heung hat große Pläne. «Ich möchte irgendetwas im humanitären Bereich machen. Vielleicht in China, da gibt es viele Krankenhäuser», sagte der Schützling von Trainer Eric Bedard. «Mit meinem Job hätte ich aber auch in Kanada keine Probleme, eine gute Stelle zu bekommen.» Julie studiert in Montreal Medizin, kein Problem für «Vielflieger» Tyson. Der Mann aus Brampton/Ontario wird nicht nur die deftige sächsische Küche vermissen, sondern auch viele Freunde und Teamgefährten.
Im 500-Meter Viertelfinale hatte Heung Glück: Von einem Konkurrenten umgerempelt, gestürzt, von der Jury «begnadigt». Platz fünf war hart erkämpft, das Bierchen am späten Abend redlich verdient. Der Abschied fällt schon schwer, aber Heung geht ohne Tränen: «Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist.»
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