Deutsche Shorttracker wollen Premieren-Medaille

Go, Canada, go: Ausgerechnet im Mutterland des Shorttracks wollen die deutschen Kurvenflitzer mit kanadischer Hilfe den Bock umstoßen und in Vancouver zum ersten Mal in ein Olympia-Finale einziehen.

Präparation
Tyson Heung schnürt die Schuhe fürs Training Pacific Coliseum. 

«Wir wollen in den Endlauf, und wenn wir erst unter den Top vier sind, ist alles möglich», sagt Paul Herrmann, der vor knapp drei Wochen die Staffel auf den Silber-Platz bei der Heim-EM in Dresden führte. Wie schwer es für die Deutschen wird, im schon seit Wochen an allen fünf Tagen mit jeweils 13 000 Fans ausverkauften Pacific Coliseum zu bestehen, hat ihnen Eric Bedard vermittelt. Der Kanadier, der seit zwei Jahren die Mannschaft als Bundestrainer betreut, weiß, wie hoch im Kurs der rasante Kurvensprint in seiner Heimat steht. «Was in Deutschland Fußball ist, ist Eishockey in Kanada. Und was in Deutschland Biathlon ist, ist bei uns Shorttrack», vermittelte der zweimalige Staffel-Olympiasieger seinen Jungs.

«Ich hoffe, dass sich die Kanadier ein bisschen selbst verrückt machen. Für die zählt doch hier nur Gold», meint Herrmann. «Wir werden diese Stimmung nur genießen», fügt der Olympia-Neuling hinzu, der am 13. Februar gleich die erste Bewährung über 1500 Meter zu bestehen hat. «Vieles hängt da von der Auslosung ab. Ich will die aber gar nicht wissen, denn ich möchte die Nacht zuvor ruhig schlafen», bleibt der Sachse cool.

Er freut sich, dass ihn seine Eltern auf der riesigen Tribüne der einstigen Canucks-Spielstätte anfeuern werden. «Sie haben schon im September gebucht und die Tickets noch zu regulären Preisen bekommen», berichtet er. Die Eltern von Tyson Heung, seinem in Kanada geborenen Team-Gefährten, hatten nicht das Glück und mussten schon 150 Dollar pro Ticket hinlegen. Inzwischen werden die Karten auf dem Schwarzmarkt bereits für über 800 Dollar gehandelt. Neben Heung und Herrmann wird mit dem Mainzer Sebastian Praus ein dritter Vize-Europameister die deutschen Farben in der Auftakt-Show auf der längsten Olympia-Strecke vertreten.

«Ich will ins B-Finale, also unter die Top 12. Aber dazu muss alles stimmen», sagt Praus, der zugleich auch seiner Freundin Aika Klein die Daumen drückt, die den Auftakt zu ihren dritten Olympischen Spielen über 500 Meter vollzieht. Sie ist in Vancouver Solistin, da die Europameisterinnen von Dresden wegen einer Disqualifikation die Olympia-Tickets in der Staffel verpassten.

12.02.2010


termine25besenkalenderverkehrspiele


Infografiken | >>auf Bild klicken