Deutsche Herren-Staffel hegt Final-Traum

Von Frank Thomas, dpa

Im Kampf gegen die erdrückende asiatische Dominanz hegt die deutsche Shorttrack-Staffel der Herren den Traum vom olympischen Endlauf.

Shorttrack
Tyson Heung gilt als der aussichtsreichste Medaillenkandidat der deutschen Shorttracker. 

«Das Ziel kann nur Finale lauten», machte Bundestrainer Eric Bedard nach dem vierten Platz bei der Olympia- Qualifikation im amerikanischen Marquette unmissverständlich klar. Der Kanadier hatte vor vier Jahren in Turin noch als Aktiver Bronze über 500 Meter gewonnen und damit seine insgesamt vierte Olympia- Medaille erkämpft.

Noch nie zuvor hat eine deutsche Shorttrack-Staffel bisher den Endkampf um die Olympia-Medaillen erreicht. Der sechste Rang der Damen vor vier Jahren in Turin war das bisher beste deutsche Resultat der deutschen Kurzbahn-Flitzer in der 18-jährigen Olympia-Geschichte der Sportart.

Das Damen-Quartett verpasste durch eine Disqualifikation beim Weltcup in Montreal die Tickets für Vancouver. So ist im 14 000 Zuschauer fassenden Pacific Coliseum nur die Rostockerin Aika Klein vertreten, die über 500 Meter die Einzel-Norm des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erfüllte. Die Herren werden hingegen neben der Staffel auch alle drei Einzel-Rennen über 500, 1000 und 1500 Meter besetzen.

Am aussichtsreichsten dürfte der Deutsch-Kanadier Tyson Heung aus Dresden über 1000 Meter sein. Schon das Erreichen des Halbfinals der besten Acht wäre bereits ein Erfolg. Die besten deutschen Einzel- Platzierungen der Olympia-Geschichte hatten bisher seine Dresdner Vereins-Gefährtinnen Yvonne Kunze als 7. in Turin sowie Christin Priebst als 8. in Salt Lake City jeweils über 1500 Meter erkämpft.

Top-Favoriten sind die Südkoreaner, die in Turin sechs der acht Konkurrenzen für sich entschieden. Härteste Gegenwehr droht ihnen vom asiatischen Konkurrenten aus China um 500-m-Titelverteidigerin Wang Meng, die auf den beiden kürzeren Strecken seit zwei Jahren ungeschlagen ist. Bei den Herren wollen auch die Amerikaner um Doppel-Olympiasieger Apolo Anton Ohno und die Gastgeber vor allem auf den kürzeren Strecken den Südkoreanern ein Schnippchen schlagen.

26.01.2010


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