Schwab: Athleten hatten keine Zeit zum Nachdenken

Die deutschen Rodler um Olympiasieger Felix Loch haben einen starken Auftakt hingelegt. Für den ehemaligen Rodel-Bundestrainer und heutigen Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), Thomas Schwab, war es keine Überraschung.

Medaillengewinner
Felix Loch (r) und David Möller ganz entspannt im Deutschen Haus. 

Der Deutschen Presse-Agentur dpa gab er unmittelbar nach dem Männer-Rennen, bei dem David Möller auch noch Silber gewann, ein Interview.

Das erste deutsche Gold holten nach den Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Tage ausgerechnet die Rodler. Wie ist ihre Gefühlslage?

Schwab: «Wir sind natürlich sehr happy, dass der Wettkampf für unsere Athleten so toll gelaufen ist. Das war beeindruckend anzusehen, vor allem wie der Felix Loch hier viermal Bestzeit fährt. Aber auch der David Möller, wie sie von Fahrt zu Fahrt ihren Vorsprung auf die Weltspitze ausbauen konnten. Alle Achtung.»

Wie haben es die deutschen Rodler geschafft, die Tragödie so schnell zu verarbeiten?

Schwab: «Für alle Beteiligten war es schwer. Das Gute für die Athleten war es, dass es rund um die Uhr Stress gab, da hatten sie kaum Zeit zum Nachdenken gehabt. Das kommt wohl jetzt erst nach dem Rennen.»

Der zweimalige Weltmeister Felix Loch ist mit 20 Jahren nun auch jüngster Rodel-Olympiasieger. Was kann man von ihm noch alles erwarten?

Schwab: «Wir wollen die Kirche im Dorf lassen. Der Felix kann sich für so einen wichtigen Wettkampf auf den Punkt genau fitmachen, dass hat er uns nun schon dreimal bewiesen, aber er ist ein Mensch wie jeder andere, der kann auch mal einen Fehler machen.»

Interview: Frank Kastner, dpa

15.02.2010


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