Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Doppel-Gold für Papa Loch
Von Michael Fox und Frank Kastner, dpa
Erst machte der Bundestrainer einen Riesensatz, dann schloss er noch auf der Bahn seinen «Gold-Jungen» in die Arme. Als Felix Loch den Olympiasieg perfekt machte, hatte Norbert Loch gleich «doppeltes Gold» gewonnen - als Vater und erstmals auch als Bundestrainer.
«So würde ich das aber nicht sehen», wiegelte der 47- Jährige nüchtern ab. Den ständigen Verweis auf die familiären Bande hört der Cheftrainer der deutschen Kufen-Asse nämlich gar nicht gern. Doch natürlich war das erste Olympia-Gold ausgerechnet durch seinen Sohn nicht nur die gelungene Feuertaufe, sondern auch ein ganz besonderer Moment. Als Extra-Zugabe gab es für den Trainer Loch noch Silber durch David Möller obendrauf.
Vor knapp zwei Jahren hatte Loch, zuvor als bayerischer Landestrainer nur Insidern bekannt, die Nachfolge von Thomas Schwab angetreten. Ein schweres Erbe: Immerhin 119 Medaillen, 55 davon in Gold, konnte der inzwischen zum Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) aufgestiegene Schwab mit seinen Athleten feiern. «Die Fußstapfen von Thomas Schwab sind riesig, aber wir haben beide die gleiche Schuhgröße», sagte Loch nach seinem Amtsantritt selbstbewusst.
So erfolgreich wie sein Sohn war Loch senior nicht. Für die damalige DDR ging er 1984 bei den Winterspielen in Sarajevo an den Start, doch zu mehr als Platz 13 reichte es nicht. Danach absolvierte er in Leipzig seine Trainerausbildung und stieg im thüringischen Sonneberg als Nachwuchstrainer ein. Mit der deutschen Einheit veränderte sich das Leben der Lochs grundlegend. Aus Bayern kam ein Jobangebot. «Das war eine schwere Entscheidung für mich, mit der ganzen Familie nach Bayern zu gehen. Das hat mir sehr viel abverlangt», erinnert sich der 47-Jährige.
Sohn Felix war damals zwei Jahre alt, trotz seiner thüringischen Wurzeln sieht sich der Olympiasieger am Königssee zu Hause. «Ich fühle mich zu 100 Prozent als Bayer», sagt der Olympiasieger. «Das hört man ja auch!» Am Abend nach seinem Gold-Coup ließ sich Loch zur bayerischen Hausmusik der «Huber Buam» im Kufenstüberl prompt ein Weißbier schmecken. Papa Loch - ganz Bundestrainer - war da schon wieder an der Rodelbahn beim ersten Training der Doppelsitzer. Einen Familienbonus gibt es nicht.
«Wenn Felix aus der Haustür geht, ist er Sportler. Daheim reden wir nur über Fußball», beschreibt der Bundestrainer den schwierigen Balance-Akt zwischen Familie und Sport. «Wir verstehen es, das ganz gut zu trennen. Privates bleibt privat», sagt der Sohn und ergänzt: «Das passt schon. Ich kenne ihn ja ganz gut.»
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