Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Die «Gladiatoren auf Ski» feiern Olympia-Debüt
Von Christian Kunz und Michael Becker, dpa
Achtung Action: Beim Skicross ist alles möglich. Nicht nur der deutsche Skicross-Chef Heli Herdt kann die Olympia-Premiere des Spektakels auf Vancouvers Hausberg Cypress Mountain kaum erwarten.
«Beim Skicross kracht's und scheppert's: Die Stöcke fliegen, es gibt Überholmanöver, verrückte Sprünge und spektakuläre Stürze - da ist immer Action», erklärt Herdt, der seine Athleten gern auch als «Gladiatoren auf Skiern» bezeichnet.
Nun hoffen alle Beteiligten auf einen dauerhaften Platz im olympischen Programm. «Ich wünsche mir, dass wir Skicrosser das Schaufenster Olympia nutzen können, um unseren Sport einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen», sagte die deutsche Hoffnungsträgerin Julia Manhard.
Bei einem gemeinsamen Abendessen mit den Alpinen stimmten sich die deutschen Skicross-Artisten auf ihr olympisches Debüt ein. «Ich freue mich auf die Olympischen Spiele, auf die Entscheidung in Cypress und möchte am Ende am liebsten wieder ganz oben stehen», sagte der einzige deutsche Weltcup-Gewinner, Simon Stickl. Der 22-Jährige vom SC Bad Wiessee kämpft aber nicht nur um eigene Ehren, sondern mit allen Mitstreitern auch um einen festen Platz der jungen Sportart im Olympia-Programm.
Heiße Positionskämpfe wird es in Cypress Mountain auf jeden Fall geben, denn wie beim spektakulären Snowboardcross sind in den Finalrunden immer vier Starter auf der Piste. Gewertet wird im K.o.- System, die beiden Erstplatzierten erreichen jeweils die nächste Runde. Wer Erster im Finale ist, gewinnt. «Im Gegensatz zum alpinen Skirennfahren ist der Start im Skicross enorm wichtig», betonte Stickl eine wichtige Taktik - und einen Vorteil: «Im Ziel sieht jeder Zuschauer, wer weiter kommt.»
Stickl oder Alt-Internationale aus dem alpinen Ski-Sport wie Ex- Weltmeister Daron Rahlves und die frühere Abfahrts-Weltcupgewinnerin Katharina Gutensohn hoffen auf ein gutes Abschneiden - und auf eine Zukunft ihrer Sportart. «Für mich spielt das zwar keine direkte Rolle mehr, da ich nach der olympischen Saison meine zweite Karriere beende», sagte Gutensohn. «Ich hoffe jedoch sehr, dass sich diese actionreiche Sportart durchsetzen wird.»
Ehemalige Alpine kommen bei der gemeinsamen Jagd über die Piste natürlich die skirennfahrerischen Qualitäten zugute, wenngleich sie für die faszinierenden direkten Zweikämpfe auf der Piste und vor allem für den Start Nachhilfe nehmen mussten. «Lernen muss man den Start, das Gewusel auf der Piste, die Springerei über die Kicker. Es gibt im Verhältnis wenig Gleitpassagen, wo man seine Abfahrtsqualitäten so richtig ausspielen kann», erklärte Gutensohn. Die «direkten Duelle und die vielen Hindernisse im Parcours machen den Reiz aus», sagte die Abfahrts-Zweite von der Ski-WM in Bormio 1985.
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