Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Fernseh-Gold für Ski Cross - Lektion für Deutsche
Von Andreas Schirmer, dpa
Fernseh-Gold für die Sportart - Olympia-Lehrgeld für die deutschen Ski Crosser. «Nur die Magdalena Neuner und die Biathleten haben uns getoppt», freute sich Julia Manhard über großartige TV-Quoten zu nachtschlafender Zeit für die Winterspiele-Neulinge.
6,05 Millionen Zuschauer lockte das Spektakel in der Heimat vor den Fernseher, wo allerdings die deutschen Hasardeure schnell aus dem Bild verschwanden. Im Damen-Medaillenkampf mussten sich Anna Wörner (Partenkirchen), Heidi Zacher (Lenggries) und Juila Manhard (Pfronten) mit den Rängen 17, 19 und 24 bescheiden. Bei den Herren waren Simon Stickl (Bad Wiessee/19.) und Martin Fiala (31.) auch nicht besser.
«Wir gehen hier mit erhobenem Haupt vom Platz, haben aber auch unsere Lektion gelernt», resümierte Helmut Herdt, Sportlicher Leiter in dieser Disziplin. Allein, dass man mit fünf Athleten bei den Vancouver-Spielen dabei sei, wäre ein Erfolg. «Vor einem Jahr haben wir uns von der Leistungsfähigkeit nicht vorgestellt, überhaupt jemanden zu Olympia zu bringen», sagte Herdt.
«Ich denke, wir können stolz auf uns sein, dass wir die ersten bei Olympischen Spielen überhaupt sind», sagte die 22-jährige Manhard, die nun auf einen deutlichen Auftrieb für diese junge Ski-Disziplin setzt. «Die Bilder von Cypress Mountain haben in den letzten Tagen besonders in Österreich, Deutschland und der Schweiz große Wellen geschlagen», freute sie sich. «Es ist ein anspruchsvoller und attraktiver Sport. Wir haben ihn ein stückweit mehr in das Blickfeld gerückt.»
Auch Ski-Cross-Funktionär Herdt berichtet von «sensationellen Rückmeldungen» aus der Heimat. «Wenn man durch das, was wir gezeigt haben, nicht emotionalisiert wird, könnte ich es nicht verstehen», meinte er. In Deutschland werde man nach dem olympischen Anfang überlegen, wie man diese Sportart weiterbringen und auf Weltniveau trimmen kann. Die Rahmenbedingungen sind schon jetzt nicht schlecht: Immerhin gibt es in Deutschland zwei Ski-Cross-Kurse in Grasgehren/Allgäu und in Spitzingsee am Schliersee.
Wie wichtig eine gute Trainingsstätte ist, zeigte der Olympia-Triumph der Kanadierin Ashleigh McIvor, die Mitglied des Whistler Mountain Ski Club ist und den Olympia-Kurs aus dem Effeff kennt. Da hatten am Ende die Norwegerin Hedda Berntsen (Silber) und Marion Josserand (Bronze) keine Chance.
Katharina Gutensohn, die dreimal für Deutschland als alpine Ski-Läuferin startete und nun für Österreich die Pistenraserei mitmachte, empfand den Kurs am Cypress Mountain als «Schweinerei» und auf die Lokalmatadorin zugeschnitten. «Es war ein ganz hinterlistiger Trick der Kanadier», schimpfte sie über die erste, Schiffsschaukel- ähnliche Hürde kurz nach dem Start. «Die haben das Rüberkommen stundenlang geübt und wir rackern uns da ab.» Die 43-Jährige beendete nach dem Abenteuer bei den Ski Crossern endgültig ihre Karriere.
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