Petersons Silber-Sieg: US-Freestyler der Extreme

Von Marc Zeilhofer, dpa

Ski-Freestyler Alexej Grischin gewann für Weißrussland das erste Gold bei Olympischen Winterspielen, für den Amerikaner Jeret Peterson war auch Silber ein Sieg.

Persönlicher Sieg
Jeret Peterson jubelt nach seinem zweiten Sprung. 

Nur um 1,2 Punkte verfehlte der 28-Jährige nach zwei Sprüngen von der Schanze am Cypress Mountain Platz eins, doch angesichts seines bewegten Lebens wollte sich Peterson gar nicht erst über den knappen Rückstand ärgern. «Ich weiß, dass viele Leute einiges durchmachen müssen und ich wollte ihnen zeigen, das man alles überwinden kann», sagte er tränenüberströmt nach dem Wettkampf. «Es ist immer Licht am Ende des Tunnels und meins ist aus Silber und ich liebe es.»

Peterson musste im Juni 2005 ansehen, wie sein Mitbewohner mit einem Kopfschuss Selbstmord beging. Diesem Trauma folgten Alkohol- und Drogenprobleme - und ein Selbstmordversuch. 2006 hatte Peterson bei den Winterspielen in Turin bereits eine Medaille vor Augen, fiel aber nach verpatztem zweiten Sprung noch vom Bronze-Rang auf Platz sieben zurück. Er ließ sich zum ersten Drink seit einem halben Jahr verführen, geriet in der Bar in eine Schlägerei und wurde daraufhin von der US-Delegation vorzeitig heim geschickt. «Niemand fragte, warum das passierte», erinnerte sich Peterson. «Speedy», so sein Spitzname, führte lange ein Leben der Extreme: Einmal gewann er eine halbe Million Dollar, und gab seinen Freunden mehr als die Hälfte ab.

Nach allen Rückschlägen gelang nun unter Flutlicht der perfekte Moment. Er stand seinen selbst kreierten «Hurricane»-Sprung mit fünf Schrauben und drei Salti. Nur wegen des zu großen Rückstands aus dem ersten Durchgang reichte es nicht zu Gold. Trotzdem: «Das ist der beste Tag meines Lebens. Das ist meine Belohnung dafür, dass ich mich durch alles gekämpft habe», sagte Peterson.

26.02.2010


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