Steuer lenkt im Verbandsstreit um 250 000 Euro ein

Von Britta Körber, dpa

Ingo Steuer hat Bereitschaft signalisiert, im Rechtsstreit mit der Deutschen Eislauf-Union (DEU) um seine Bezahlung als Trainer einzulenken.

Anweisung
Ingo Steuer (l) spricht während eines Trainings mit Robin Szolkowy. 

«Es wäre schön, wenn wir diese Sache klären könnten, man kann über alles reden», sagte der ehemalige Stasi-Mitarbeiter am Rande der Eiskunstlauf-Gala in Vancouver in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nach Olympia steht ein Vergleich über 250 000 Euro im Raum. «Wir gehen davon aus, dass wir nichts bekommen», sagte der 43-Jährige, der aber vorerst die Klage auf grundsätzliche Bezahlung als Coach nicht zurückziehen will.

Die öffentliche Bezuschussung müsse geklärt werden, besonders für die Zeit nach dem Karriere-Ende der Bronzemedaillen-Gewinner Aljona Savchenko und Robin Szolkowy. «Ich möchte als Coach weiterarbeiten, dafür mache ich auch drei Schritte zurück, wenn es sinnvoll ist.» Das Bundesinnenministerium hat bisher die Honorierung des Sachsen kategorisch abgelehnt, die DEU hat keine eigenen Mittel. «Ich wurde in Turin vor vier Jahren wie ein Aussätziger behandelt. Dass ich jetzt vollwertiges Mitglied der Mannschaft war, deute ich als gutes Zeichen des BMI», sagte Steuer, der trotz vieler Anfragen aus dem Ausland in seiner Heimat bleiben will.

«Ich möchte kein Bundestrainer werden, aber ich würde gern mit einem deutschen Paar 2018 in München oben stehen», sagte er zu seinen langfristigen Zielen. Bisher kann der Verband keinen Nachwuchs zu dem Ex-Weltmeister schicken. Er habe in der kanadischen Olympia-Stadt sehr gute Gespräche geführt, unter anderem mit DOSB-Präsident Thomas Bach. Der oft misstrauische Steuer wirkt erleichtert, dass wieder mit ihm geredet wird: «Das ist angenehm, da öffnet man sich selber.»

Der Weltklasse-Coach tat sich lange Zeit mit einer Entschuldigung für seine Vergangenheit schwer. Ebenso hat er den Ruf als kaltherziger Coach weg, der seine Athleten niedermacht. «Ich wurde ja bei Olympia als Brutalo-Steuer hingestellt, zu Hause habe ich viele Droh-Mails bekommen. Ich bin immer der Bad Boy, das ist mein Image.» Das ungewöhnliche Gespann wirkt in der Öffentlichkeit selten harmonisch - intern verstünden sie sich wie eine kleine Familie, beteuert er.

Er könne die Zwei aber nicht nur streicheln - «auch für die Zukunft». Dabei deutete Steuer eine Fortsetzung der Laufbahn der dreimaligen Weltmeister über die WM vom 22. bis 28. März in Turin hinaus an. Noch unsicher ist, ob Szolkowy einen weiteren olympischen Zyklus bis 2014 in Sotschi mitmachen wird. Zudem bekommt meist der 30-Jährige die Schelte von dem perfektionistischen Übungsleiter ab. «Ich bin froh, dass es Robin gibt, auch wenn Aljona von Anfang an der stärkere Part war», beteuert Steuer, der bei seinem kurzen Heimtrip nach Chemnitz sogar eine kleine Feier mit Szolkowy gab. «Unsere Freunde haben uns ganz entsetzt gefragt, ob wir wieder miteinander reden», berichtete Steuer, der einräumte, in dieser Saison einige Fehler gemacht zu haben.

28.02.2010


termine25besenkalenderverkehrspiele


Infografiken | >>auf Bild klicken