Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Steuer: Sekt gegen den Frust und Zukunftspläne
Von Britta Körber, dpa
Eine Entschuldigung kam Ingo Steuer nicht über die Lippen. «Ich bin nicht einfach, aber die Sportler wissen, was sie an mir haben» war alles, was der Coach am Morgen nach der Olympia-Enttäuschung zu Protokoll gab.
Nur wenige Stunden zuvor hatte der ehrgeizige Sachse nach der Bronze-Kür seines Vorzeige-Paares auf Robin Szolkowy herumgehackt, den Sturz beim Doppel-Axel als unbegreiflich bezeichnet und wieder einmal seine Sportler vor den Kopf gestoßen. «Man sucht eine Antwort, aber man findet keine», lautete die Erklärung des Chemnitzer Weltklasse-Trainers, dem seine eigenen Worte und das Echo in der Presse im Nachhinein leidtaten: «Manches Wort wurde auf die Goldwaage gelegt.»
Aljona Savchenko und Szolkowy haben sich längst an den streitbaren Sachsen gewöhnt, sie hören manchmal nicht so genau hin. «Ich habe das gar nicht so mitbekommen», sagte Szolkowy, «aber ich kann das locker nachvollziehen, er will mich nicht fertigmachen.» Tatsächlich trank Steuer sogar noch ein Gläschen Sekt im olympischen Dorf und wollte Stunden später nur noch das Positive sehen: «Ich bin sehr stolz auf die Zwei. Und vielleicht gibt es ja noch eine Gelegenheit», deutete er gemeinsame Pläne an, die sie offiziell aber erst nach der Weltmeisterschaft in fünf Wochen in Turin bekanntgeben wollen.
«München bewirbt sich für 2018, da ist Robin 38. Wenn wir ihn ein bisschen fit halten, ist das drin», meinte Steuer im Scherz, doch über Sotschi 2014 wird seit Wochen intern heiß diskutiert. Mit 26 Jahren ist Savchenko noch lange nicht trainingsmüde, der vier Jahre ältere Szolkowy wirkte allerdings nachdenklich. «Es ist alles offen», sagte der Sohn eines tansanischen Arztes.
«Wir wollen uns jetzt auf die WM in Turin konzentrieren und dort unseren Titel verteidigen», gab Steuer das kurzfristige Ziel vor. Im Gegensatz zu vielen anderen Athleten flogen die dreimaligen Europameister umgehend nach Hause - Zeit für Olympia-Erlebnisse abseits des Eises war keine. Der erfolgsbesessene Steuer drängte darauf, in Chemnitz sogleich weiterzuarbeiten.
So müssen sich Savchenko/Szolkowy den Reisestress in einer Woche noch einmal antun: Zum abschließenden Schaulaufen fliegen sie wieder in die Olympia-Stadt. «Hier hätten wir nicht richtig trainieren können», rechtfertigte Steuer die Strapazen.
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