Nach Lufthansa-Streik kommt Steuer eher zurück

Von Heiko Meixner und Britta Körber, dpa

Der kurze Lufthansa-Streik hatte für Aljona Savchenko und Robin Szolkowy auch sein Gutes: Die Bronzemedaillengewinner kommen nun einen Tag eher mit ihrem Trainer aus der Heimat zum Schaulaufen eingeflogen und können endlich das olympische Flair genießen.

Rückkehr
Aljona Savchenko (l) und Robin Szolkowy (r) zeigen mit Trainer Steuer ihre Bronzemedaillen. 

«Ingo Steuer hat umgebucht, weil er ursprünglich nicht wusste, ob sie am 25. Februar fliegen können», sagte Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU), die in Vancouver wegen der angekündigten Arbeitsniederlegungen der Fluglinie sogar um die rechtzeitige Rückkehr zu Gala am 27. Februar bangte.

Die Doppel-Weltmeister und ihr Coach hatten den kurzen Heimataufenthalt in Chemnitz genutzt, um Kraft zu tanken, Risse zu kitten und Shows vorzubereiten. Kurz nach ihrer Olympia-Kür waren sie abgereist. Sie wollten vor allem an ihrem Programm für die «Art on Ice»-Shows in Zürich und Lausanne in der kommenden Woche arbeiten. «Das hatte nichts mit dem Ergebnis zu tun. In Vancouver hätten wir nicht trainieren können, und vor den Spielen hätte diese Arbeit nur von unseren Zielen abgelenkt», begründete der eigenwillige Steuer das Abtauchen, während Medien weltweit über die Zukunft des Erfolgspaares spekulieren.

Der nach seinem Sturz beim Doppelaxel arg gescholtene Szolkowy könnte am Ende der Saison einen Schlussstrich ziehen wollen. Mit 30 Jahren ist er für einen Eiskunstläufer bereits im fortgeschrittenen Alter. Doch ein gleichwertiger Partner für die ehrgeizige 26-jährige Savchenko ist weit und breit nicht in Sicht, und Shows würden sie sowieso weiter zusammenlaufen.

Nach außen ist Steuer bemüht, die Wogen zu glätten, die nach der Enttäuschung um das verpasste Gold hochgeschlagen waren. «Es stimmt nicht, dass es Stress zwischen uns gab. Wir reden miteinander, lachen miteinander und können uns in die Augen schauen. Niemand macht dem anderen Vorwürfe», beschwichtigte er: «Es gibt keinen Streit.» Auch die Enttäuschung sitze nicht mehr so tief. «Der Wettkampf ist vorbei, den müssen wir abhaken. Wir haben eine Olympia-Medaille!»

Mindestens ein gemeinsames Ziel hat das Trio noch: Bei der WM in Turin im März wollen Savchenko/Szolkowy unter Steuers Führung ihren Titel verteidigen. «Wir wolle zeigen, dass wir die Kür fehlerfrei laufen können», sagt Steuer.

23.02.2010


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