Familie Reed: Drei Geschwister - zwei Nationen

Die Suche nach Partnern und Startmöglichkeiten im Eiskunstlaufen endet manchmal kurios. Im olympischen Eistanz- Wettbewerb starten drei in Amerika aufgewachsene Geschwister für Georgien und Japan.

Familienbande
Cathy und Chris Reed bei ihrem Originalprogramm in Vancouver. 

«Ich weiß, es klingt ein bisschen verrückt», sagt Cathy Reed über ihre Familie mit den drei Olympioniken. «Um ehrlich zu sein, das ganze Experiment war ein wenig verrückt.» Wegen ihrer japanischen Mutter und ihres amerikanischen Vaters hatten die 22-jährige Cathy und ihr zwei jüngerer Bruder Chris Reed, die nun für Japan laufen, und das Familienküken Allison (15) von klein auf die doppelte Staatsbürgerschaft.

Und weil der russische Starcoach Nikolaj Morozow die Grenzen der zwei Älteren im starken Eislauf-Land USA sah, riet er ihnen, als asiatisches Paar für Furore zu sorgen. Sie haben durch ihre Mutter immerhin einen Bezug zu dem Land, das sie in Vancouver repräsentieren.

Bei Allison ist das eine ganz andere Sache: Sie tanzt mit Otar Japaridse (22) für Georgien, war noch nie in dem Land und kann gerade einmal «Guten Tag» in der Landessprache sagen. Bei den Europameisterschaften im Januar in Tallinn bekam sie in einer offiziellen Zeremonie den Pass überreicht.

Für die Eltern ist das Engagement vor allem ein teurer Spaß: Die Kinder wohnen in zwei verschiedenen Eislauf-Zentren in Nordamerika, die russischen Trainer verlangen ein gutes Honorar. Allein Chris and Cathys Übungsstunden sollen im Jahr 70 000 Dollar kosten.

22.02.2010


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