Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Ergreifende Vorstellung von Rochette - Kim klasse
Von Britta Körber, dpa
Für ganz Kanada hat Joannie Rochette Gold schon vor der Kür gewonnen. Zwei Tage nach dem plötzlichen Herztod ihrer nur 55 Jahre alten Mutter Therese in Vancouver hat die Vize-Weltmeisterin das fast Unmögliche geschafft: Ein sauberes Kurzprogramm mit absoluter Selbstkontrolle.
Erst danach brach die Eiskunstläuferin schluchzend zusammen und fiel ihrer langjährigen Trainerin Manon Perron in die Arme. Am Tag nach dem Sieg für die Eistänzer Tessa Virtue und Scott Moir vibrierte das Pacific Coliseum erneut - doch die Stimmung war ganz anders. «Es war sehr schwer, präzise zu laufen, aber ich bereue es nicht», sagte die 24 Jahre alte Franko-Kanadierin, «in zehn Jahren würde ich gern noch einmal wiederkommen und das Ganze noch einmal zeigen».
14 200 Zuschauer verfolgten jeden Schritt der tapferen Sportlerin, die schon beim sechsminütigen Warmlaufen angefeuert wurde. Sie wirkte konzentriert und nur auf sich fokussiert. Vor ihrem Vortrag zur Tango-Musik «La Cumparsita» klatschte Rochette sich mit Perron ab, um sich Mut zu machen für die fast drei Minuten allein auf dem Eis. Sie reihte Dreifach-Lutz/Doppel-Toeloop, Dreifach-Flip und Doppel-Axel mit einer unglaublichen Sicherheit aneinander. Bis zur letzten Drehung riss sie sich zusammen, dann schlug sie die Hände vors Gesicht und verlor die mühsam aufrechterhaltene Fassung. Die persönliche Bestnote von 71,36 und ein starker Platz drei vor der Kür waren der Lohn für die emotionale Gratwanderung.
«Es war schön, das Publikum zu spüren, ich schätze diese Unterstützung sehr», sagte Rochette, die über ihr Innenleben nicht weiter sprechen wollte: «Dafür gibt es keine Worte.» Abgeschirmt vom kanadischen Verband wird Rochette bis zum Ende des Wettbewerbs keine offiziellen Interviews führen - nur eine Pressemitteilung mit ihren Äußerungen gab es. «Sie ist hier, um eine Medaille zu gewinnen, wenn nicht sogar den ganzen Wettbewerb», sagte Mike Slipchuk vom kanadischen Eislauf-Verband. Es wäre die erste seit Liz Manley, die 1988 Silber gewonnen hatte.
Die traurige Stimmung überschattete den hochklassigen Wettbewerb, in dem die Weltmeisterin Kim Yu-Na eine 1-A-Vorstellung als «James- Bond-Girl» abgab. In ihrem «kleinen Schwarzen» sah die 19-jährige Südkoreanerin bezaubernd aus, sprang mit beeindruckender Leichtigkeit von Element zu Element und imitierte zum Ende lachend einen Pistolenschuss. Sie will das erste Eiskunstlauf-Gold bei Olympischen Winterspielen für ihr Land holen und legte mit dem Rekord von 78,50 Punkten gut vor. Die jahrelange Rivalin Asada Mao (Japan/73,78) hat trotz einen dreifachen Axels, den derzeit keine andere Dame springt, fast fünf Punkte Rückstand.
Zumindest das Finale der 24 Läuferinnen hat die 16 Jahre alte Sarah Hecken als 23. erreicht. Die Mannheimerin war schon bei der Europameisterschaft im Januar in Tallinn von der großen Kulisse überwältigt worden, in Vancouver patzte sie wieder beim Salchow. 49,05 Punkte waren zwar persönliche Bestleistung, aber die deutsche Meisterin hat noch einen weiten Weg vor sich, wenn sie eines Tages in die Top Ten will. «Es freut mich so, dass ich hier dabei sein darf, aber ich war zu vorsichtig vor dem Sprung», sagte Hecken.
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