Eistanz-Weltmeister: Zweifel am Aborigines-Kostüm

Die Eistanz-Weltmeister Oxana Domnina/Maxim Schabalin machen vor ihrem Olympia-Start in Vancouver weiter ein Rätsel um die kritisierte Aborigines-Darbietung.

Fragwürdig
Oksana Domnina und Maxim Shabalin bei der EM in Tallinn. 

Man habe die Gefühle der australischen Ureinwohner im Originalprogramm auf keinen Fall verletzen wollen, versicherte der Russe nach dem ersten Training in Vancouver auf olympischem Eis. «Wir dachten, es sei interessant, weil wir die Art zu tanzen sehr mögen.»

Sprecher der Ureinwohner hatten nach der Europameisterschaft im Januar von einer Beleidigung und einer Verletzung ihrer Gefühle gesprochen. Anstoß nahmen die Aborigines dabei vor allem an den übertriebenen Gesten und Kostümen der Russen. Ob die Europameister bei den Olympischen Winterspielen mit einem komplett neuen Programm antreten oder nur kleine Veränderungen vorgenommen haben, wollte Schabalin nicht sagen: «Vielleicht, man wird es hören und sehen».

Hoffnung auf Gold im eislaufverrückten Kanada können sich zudem die WM-Dritten Tessa Virtue/Scott Moir bei ihrem Heimspiel und die Amerikaner Meryl Davis/Charlie White sowie Tanith Belbin/Benjamin Agosto machen. Ein großes Fragezeichen steht hinter den Ex- Weltmeistern Isabelle Delobel und Olivier Schoenfelder aus Frankreich, die nach 14 Monaten Wettkampfpause vor einer echten Bewährungsprobe stehen. Delobel bekam im Herbst ihr erstes Kind, drei Wochen später stand sie bereits wieder auf dem Eis. «Es ist ein großes Abenteuer, und wir vertrauen einander», sagte die Eistänzerin.

Die viermaligen deutschen Meister Christina und William Beier haben sich nach der verpassten Teilnahme von Turin bereits mit dem Kanada-Ticket den olympischen Traum erfüllt. Die von den Philippinen stammenden Geschwister hatten sich zwischenzeitlich sogar nach Streitereien getrennt und ihr Glück mit anderen Eislauf-Partnern gesucht. Dann schafften sie die Olympia-Norm auf Anhieb. Bei Bundestrainer Martin Skotnicky holten sie sich noch den Feinschliff, nachdem sie bei der EM nur auf Rang 15 tanzten.

18.02.2010


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