Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Drama um Eiskunstläuferin Rochette
Von Britta Körber, dpa
Katarina Witt bekam musste schwer schlucken, als sie von dem Drama um Joannie Rochette erfuhr. Die 24 Jahre alte kanadische Medaillenhoffnung Rochette wird trotz des plötzlichen Todes ihrer 55 Jahre alten Mutter in der Damen-Konkurrenz in Vancouver an den Start gehen.
«Ich hätte ganz schwere Beine, wenn ich da laufen müsste und dabei an meine Mutti denke», meinte die zweimalige Olympiasiegerin Witt in der ARD, «vielleicht schiebt sie ihre Realität weg und schottet sich ab.»
Kreideweiß und wie in Trance spulte die Vizeweltmeisterin aus Montreal ihr Trainingsprogramm im Pacific Coliseum ab. Interviews wird sie vorerst nicht geben. Dafür ist der Tod ihrer Mutter, die unmittelbar nach der Ankunft in der Olympia-Stadt starb, viel zu frisch. Für ihre couragierte Entscheidung, trotz des Schocks im Wettkampf zu bleiben, erfährt sie eine beispiellose Solidarität der Konkurrentinnen. «Ich war überrascht, aber sie tut das Richtige. Es wird nicht besser, wenn sie in ihrem Zimmer bleibt. Sie ist ein sehr starker Mensch, sie imponiert mir», sagte Teamkameradin Cynthia Phaneuf.
Auch die 19 Jahre alte Goldfavoritin Yu-Na Kim aus Südkorea war voller Respekt: «Ich hoffe, sie kommt da durch und kann den Wettbewerb bestreiten.» Für Kims kanadischen Coach Brian Orser, Silbermedaillengewinner 1984 und 1988, war die Nachricht ein Schock: «Es kann sich keiner vorstellen, was Joannie durchmacht. Sie ist eine große Kämpferin und sehr gut in Form.» Das gesamte kanadische Team steht hinter Rochette, deren Vater noch in der Olympia-Stadt weilt. «Es wird unglaubliche Emotionen in der Halle geben, denn alle Zuschauer wissen das», meinte Witt.
Noch gar nicht so richtig mitbekommen hatte Sarah Hecken die Tragödie. Das mit 16 Jahren jüngste Mitglied der deutschen Olympia- Mannschaft sollte ihre Konzentration nicht verlieren. «Der Tod einer Mutter ist so schrecklich, das wollten wir Sarah ganz behutsam nach dem Training beibringen», sagte Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union.
Die deutsche Meisterin hat bei ihrem Debüt bei Winterspielen genug zu bewältigen, deshalb ist auch ihre Mutter zur Unterstützung mitgereist. «Wir hatten schon zu Hause in Mannheim sehr viele Presse-Termine, das ist Sarah nicht gewohnt», erzählte Treitz, die keinen zusätzlichen Erwartungsdruck aufbauen will: «Sie ist bei der Europameisterschaft mit Platz 16 so schlecht gelaufen wie noch nie - wenn sie es hier besser macht, bin ich zufrieden.»
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