Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Kanadas King Crosby: «1000 Mal davon geträumt»
Von Heiko Oldörp, dpa
Er ist der König von Kanada, der «Golden Boy», der Millionen Menschen glücklich machte. Sidney Crosby Superstar - mit nur 22 Jahren auf dem Olymp und in den Geschichtsbüchern seines Landes.
Sein 3:2-Siegtor im olympischen Eishockey-Finale hat ihn schon jetzt zur Legende gemacht und Kanada das Sehnsuchts-Gold beschert. «Davon habe ich 1000 Mal geträumt. Gold bei Heimspielen zu gewinnen, das ist wahrscheinlich eine einmalige Chance im Leben - das wünscht sich jedes Kind in Kanada», meinte Crosby nach seinem Schuss ins Glück im Showdown in Vancouver.
«Sein Tor wird das Highlight für lange Zeit bleiben», urteilte Kanada-Kapitän Scott Niedermayer. Acht Monate nachdem «Sid the Kid» als jüngster Kapitän der Historie seine Pittsburgh Penguins zur Meisterschaft in Nordamerikas Profiliga NHL geführt hatte, krönte «King Crosby» auch Kanadas Operation Olympiagold. «Er hatte diese Bestimmung, schon seit Beginn seiner Karriere», sagte Verbands- Manager Steve Yzerman. «Beide Erfolge sind etwas ganz Besonderes», betonte Crosby. Während die «Nummer 87» jedoch im Juni den Stanley- Cup-Gewinn ausgelassen mit einer pompösen Parade vor 300 000 Fans in Pittsburgh feierte, blieb ihm diesmal kaum Zeit, den goldenen Olympia-Abschluss zu zelebrieren.
Millionen Landsleute von Neufundland bis Vancouver bejubelten und begossen den größten Erfolg der kanadischen Sportgeschichte, doch der Initiator der Party war einfach nur müde. Er wolle mit seinen Mitspielern zusammen sein und den Erfolg ein wenig genießen, sagte Crosby sichtlich ausgepowert. Sieben Spiele in 13 Tagen hatten ihn, den größten kanadischen Hoffnungsträger im Team der Multimillionäre und Superstars, voll gefordert.
Der Druck einer ganzen Nation lastete vor allem auf seinen eher schmalen Schultern. «Er ist unglaublich. Es gibt nichts, dass dieser Junge nicht schaffen kann oder schon geschafft hat. Er ist eine ungeheure Führungsfigur», lobte Teamkollege Jonathan Toews. Prompt wurden Vergleiche mit Kanadas Eishockey-Ikonen Wayne Gretzky, Mario Lemieux und Gordie Howe laut.
Doch schon am 2. März muss Crosby zurück in den NHL-Alltag. Und wieder misst er sich dann mit US-Torwart Ryan Miller, wenn Pittsburgh auf die Buffalo Sabres trifft. «Magic» Miller hatte die Amerikaner mit unglaublichen Paraden im Endspiel gehalten. In der achten Minute der Verlängerung war jedoch auch «wertvollste Spieler des Turniers» gegen Crosby machtlos. «Ich habe einfach nur drauf gehalten und gar nicht gesehen, wie der Puck ins Tor ging», verriet Crosby nach seinem «Golden Goal».
Mit dem Olympiasieg verdiente er ganz nebenbei ein zusätzliches Tagesgehalt. Jeder Kanadier erhält vom nationalen olympischen Komitee 20 000 Dollar für Gold, Crosby verdient in Pittsburgh pro Tag rund 24 500 Dollar. Mit einem Jahresgehalt von neun Millionen Dollar gehört er neben Alexander Owetschkin und Jewgeni Malkin zu den drei Top-Verdienern der besten Eishockey-Liga der Welt. Doch während die beiden Russen zu den Enttäuschungen auf Vancouvers Eis zählten und beim Final-Krimi nur Zuschauer waren, glänzte Crosby vor einem weltweiten Millionen-Publikum. Der König war zur Stelle, als sein Land ihn am Nötigsten brauchte.
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