Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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«Harte Schule»: DEB-Frust nach Olympia-Aus
Von Christian Hollmann und Heiko Oldörp, dpa
Die Bilanz rabenschwarz, die Aussichten finster: Nach der Olympia-Lektion von Vancouver ist für das deutsche Eishockey im Jahr der Heim-WM ein Ende der Enttäuschungen nicht in Sicht.
«Die Realität ist hart, aber sie ist so. Wir werden in Kürze nichts ändern, das dauert lang», sagte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB), nach der 2:8-Abfuhr im Playoff gegen Kanadas Super-Cracks. Vier Pleiten in vier Spielen, 5:20 Tore und Platz elf - die bestbesetzte DEB-Auswahl seit Jahren lieferte das schwächste Olympia-Ergebnis der Verbandsgeschichte ab. «Alles zusammen hat nicht funktioniert», befand Bundestrainer Uwe Krupp.
Vergebens hoffte die mit sieben Nordamerika-Profis aus der NHL verstärkte Nationalmannschaft auf ein Erfolgserlebnis auf der größten Bühne des Sports. «Am Ende zählen nur Siege. Deshalb kann man nicht sagen, dass es positiv war», meinte Verteidiger Dennis Seidenberg. Der Gewinn des Deutschland-Cups im November und das respektable 0:2 beim Olympia-Auftakt gegen Olympiasieger Schweden täuschten: Der Abstand zu den Branchenriesen ist immer noch gewaltig. «Wir müssen einfach auf unsere Mittel schauen. Wir können uns nicht mit Kanada messen», mahnte der Berliner Routinier Sven Felski.
Aber selbst Teams wie die vom Deutschen Ralph Krueger trainierten Schweizer und die Weißrussen schnitten wieder einmal besser ab als die DEB-Puckjäger. «Man sieht ganz klar, dass wir nicht in die Top acht gehören. Da hinken wir hinterher», urteilte Abwehrmann Christian Ehrhoff. Ein Frusterlebnis, das Coach Krupp keineswegs überraschte. «Die Bilanz ist das, was man erwarten konnte», sagte der 44-Jährige nüchtern. Das Träumen hat sich der Bundestrainer spätestens seit der Blamage bei der Weltmeisterschaft in Bern im Vorjahr abgewöhnt. Nach der Heim-WM im Mai ist für ihn wohl Schluss.
Mit der krachenden Klatsche gegen Kanada und dem Verpassen des olympischen Viertelfinals hatten sich die Deutschen notgedrungen bald abgefunden. Zu deutlich war der Klassen-Unterschied. «Für die Spieler war das eine harte Schule. Wir waren schon stolz, dass wir hier waren. Die Spieler haben gelernt, zu mehr hat es leider nicht gereicht», sagte Reindl.
In der Tat begnügten sich Krupps Cracks letztlich damit, zumindest Teil des rauschenden Eishockey-Spektakels von Vancouver gewesen zu sein. «Wir haben uns ganz gut verkauft», behauptete Torwart Thomas Greiss, den sein Coach zuvor wegen der hohen Zahl von Gegentreffern gerügt hatte. «So schlecht, wie es dargestellt wird, waren wir nicht», sagte der Düsseldorfer Korbinian Holzer. Und auch Veteran Felski meinte: «Wir können hier erhobenen Hauptes rausgehen.»
Die nächste Station ist die WM im eigenen Land. Dann muss das DEB- Team mit dem Gastgeber-Druck fertig werden. Mitorganisator Reindl richtet sich schon jetzt auf schwere Zeiten ein: «Dann beginnt der gleiche Kampf von vorn.»
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