Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Langes Team: «Wildpferde» und ein verrückter Hund
Von Frank Kastner und Michael Fox, dpa
Nach 17 Jahren und dem Gewinn der Silbermedaille in Whistler sagt der erfolgreichste Bob-Pilot der Welt «Servus». André Langes langjährige Teamgefährten werden noch ein paar Jahre dranhängen.
«Der Pilot, der diese Jungs und dieses Team bekommt, kann jetzt schon in die Hände klatschen», sagte der 36-Jährige der Deutschen Presse-Agentur dpa. Doch die starken Männer verschwinden oft hinter Lange, der schon als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier groß raus kam. Dabei sind auch das echte Typen:
Alexander Rödiger: «Verrückter Hund sage ich nur, aber ein Arbeitstier», so Chefpilot Lange über seinen Zimmerkollegen. Besonders liebt er den «schwarzen Humor» an «Rödi». Der 24-jährige Eisenacher war der Jüngste im Team und hat sich in den vergangenen Jahren hochgearbeitet. Er saß bereits im silbernen WM-Vierer von 2009 und gilt als Mehrzweckwaffe auf allen Positionen. «Die Piloten- Position ist allerdings noch ein wenig vakant», betonte Lange,
Kevin Kuske: Der 31-jährige Potsdamer gilt zusammen mit Martin Putze als «Wildpferd» im Stall. «Die Ruhe von André hat in den letzten Jahren etwas abgefärbt. Nun laufe ich erst unmittelbar vor dem Start heiß», sagte Kuske, der für Lange auch den Mediendirektor spielt. «Ich habe irgendwann von André den Befehl bekommen: Mach Du das!», betonte der 116-Kilo-Mann, der früher als Sprinter eine 100- Meter-Bestzeit von 10,45 Sekunden hatte. Als Basketballer brachte es «Kuski», der ständig ein Handy am Ohr hat, sogar auf zwei Bundesliga- Einsätze für ALBA Berlin.
Martin Putze: Das 24-jährige Muskelpaket aus Bad Sulza war mit 1,81 Metern kleinster Anschieber im Lange-Bob. Doch die Explosivität und die Kraft von «Putzi» sind erstaunlich. Der ehemalige Werfer und Kugelstoßer scheint äußerlich eher ein Typ «netter Schwiegersohn» zu sein: «Doch wenn er sein T-Shirt hochhebt, fangen die Weiber an zu kreischen», meinte Lange über seinen Jüngsten, der auch schon mal im Steinstoßen zu Wettkämpfen antrat.
René Hoppe musste unmittelbar vor Olympia wegen einer Verletzung kurzfristig absagen: Der 33-jährige Klempner aus Weida gilt als «Mutter der Kompanie» und ist der Bremserchef. Neben Lange gilt im Team vor allem sein Wort. Sein Organisationstalent, seine Verlässlichkeit und seine Akribie sind Gold wert. Der ehemalige Sprinter mit einer Bestzeit von 10,61 Sekunden ist seit 1997 bei den Bobfahrern. Bereits 2002 musste er verletzungsbedingt passen, saß dann aber im Gold-Vierer von Turin. «Ich denke ständig an die Jungs», sagte Hoppe, der nach der erneuten Verletzung an Rücktritt denkt.
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