Kurve 1 bis 16: Lange gibt Ideallinie preis

Von Frank Kastner und Michael Fox, dpa

Vor seiner letzten Dienstfahrt gab der beste Bob-Pilot der Welt seine Ideallinie in der tückischen Olympia-Eisrinne im Whistler Sliding Centre preis.

Erfolgreich
André Lange freut sich über Gold im Zweierbob. 

«Die Bahn ist eine Erfahrungsfrage», sagte André Lange in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa, «immerhin erreichen wir Spitzengeschwindigkeiten um 155 Stundenkilometer.» Der 36 Jahre alte Oberhofer beschreibt die Knackpunkte der Hochgeschwindigkeits-Bahn mit ihren 16 Kurven.

Start: «Es geht los mit einem sehr steilen Start, zu weit rennen bedeutet schon wieder Zeitverlust, denn es geht richtig steil runter.»

Kurve 1: «Es geht gleich mit einem richtigen Korkenzieher los, das Schwierige daran ist, gerade rauszukommen.»

Kurve 2: «Die Bahn knickt richtig ab in die 2 hinein, aber nicht problematisch.»

Kurven 3/4: «Eigentlich der angenehme Teil der Bahn. Die 4 lässt sich in verschiedenen Höhen durchfahren, ich bevorzuge die mittlere Variante. Entscheidend ist die Ausfahrt, dass man nicht so spät oder zu früh rauskommt.»

Kurve 5: «Man darf nicht über den komischen Buckel fahren! Ein furchtbares Gefühl, so als ob es dich gleich aushebelt. Am besten in der Mitte anfahren.»

Kurve 6: «Gleiten und Schwung holen.»

Kurve 7: «Jetzt wird es langsam richtig interessant, weil du die Ausfahrt richtig sauber erwischen musst, aufgrund der einzigen langen Geraden, die eigentlich keine Gerade ist.»

Kurve 8: «So komisch verbaut, dass geht einfach nicht sauber.»

Kurven 9/10: «Vorbereitung auf den wirklich schnellen Teil.»

Kurve 10: «Ausfahrt wichtig für die Einfahrt in Kurve 11.»

Kurve 11: «Völlig verbaut, entweder zu lang oder zu kurz. Bei Tempo 120 die erste Welle richtig mitnehmen und versuchen, relativ zeitig ins Loch zu fallen.»

Kurve 12: «Jetzt geht es ans Eingemachte. Einfahrt richtig rein, sauber nehmen und bei der Ausfahrt rechts bleiben und nicht vor die 13 fahren. Dann kommt man auch easy durch.»

Kurve 13: «Jeder, der vor die 13 fährt, hat mächtig Probleme, auf allen Kufen zu bleiben: Fifty-Fifty, wie es so schön heißt. Wenn es funktioniert, macht es Spaß, dort durchzuhetzen.»

Kurve 14: «Man kämpft nur noch mit dem Tempo, da ist es unten richtig brachial. Da hat man damit zu tun, dass die Wahrnehmung und die Reaktionen so funktionieren, wie es sein soll.»

Kurve 15: «Normalerweise sind die Kurven nicht fahrerisch das Problem, sondern die enorme Schnelligkeit in diesem Bereich.»

Kurve 16: «Die Einfahrt ist sehr stumpf, da geht es richtig um die Mülltonnen herum. Jenseits der 150 Stundenkilometer kann man noch mal Zeit liegen lassen, denn ab da geht es bergauf ins Ziel.»

26.02.2010


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