Logsch: «Bin jetzt eine richtige Bob-Fahrerin»

Mit ihrem Sturz im Finaldurchgang des Zweierbob-Rennens der Frauen haben Cathleen Martini und Bremserin Romy Logsch alle Chancen auf eine Olympia-Medaille eingebüßt. Die Deutsche Presse-Agentur dpa sprach mit den Athletinnen, die sich Prellungen und Verbrennungen zuzogen.

Unverletzt
Romy Logsch (r) und Cathleen Martini umarmen sich nach dem Sturz. 

Wie ist es zu dem Sturz gekommen?

Logsch: «Wir kamen in die Kurve elf und haben da ein schwere Bande bekommen. In der Kurve 13, der 'Fifty Fifty', war die 50 dann leider auf der falschen Seite. Wir reden hier über etwa Tempo 146. Das war mein erster Sturz. Jetzt bin ich halt eine richtige Bob-Fahrerin.»

Martini: «Wir sind auf Angriff gefahren und haben alles riskiert: Sekt oder Selters! Das ist auch erst der zweite Sturz meiner Karriere gewesen. Ich habe ein paar offene Wunden und ein paar blaue Flecken, das ist das, was man spürt.»

Was haben Sie empfunden, als Sie aus dem Bob gefallen sind?

Logsch: «In dem Moment denkt man gar nichts, sondern reagiert nur. Ich habe als allerstes gedacht: Oh, das war jetzt ein Sturz, jetzt kommst du ins Fernsehen. Und als ich dann gemerkt habe, dass alles heil ist, war ich sehr, sehr froh. Aber das ist Bob-Sport!»

Wie tief ist die Enttäuschung nach der verpassten Medaille?

Logsch: «Wir haben uns vor dem Olympia-Rennen immer eines gesagt: Wichtig ist, unser Bestes zu geben, Spaß zu haben und gesund zu bleiben. Und das haben wir trotz allem gemacht!»

Martini: «Ich habe erst einmal meine Mama angerufen und sie weiß, dass es mir gut geht. Das ist das Wichtigste. Die innere Enttäuschung ist größer als die äußeren Schmerzen. Aber ich bin noch so jung und greife in vier Jahren noch einmal an. Jetzt weiß ich: Olympia ist auch nur ein Rennen wie jedes andere.»

Interview: Michael Fox und Frank Kastner, dpa

25.02.2010


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