Fach-Ski-nesisch: Bürstenschuh

Um sich auf dem glatten Eis wie ein Sprinter auf der Tartan-Bahn fortbewegen zu können, benötigen die Bobfahrer beim Start Bürstenschuhe. Diese gibt es seit rund 35 Jahren. Bereits bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1976 wurden sie getragen.

Bobsleigh
Der Bürstenschuh der Bobpiloten gibt halt auf dem Eis. 

Der Bürstenschuh hat zwischen 750 und 800 Spikes, die etwas dicker als eine Nadel sind. Die spitzen Stahl-Spikes sind rund neun Millimeter lang und greifen flächenmäßig auf das Eis.

Bis Nagano 1998 waren stabile Sohlen gefragt, danach ging die Entwicklung zu leichteren, flexibleren Sohlen. Die Form hat mittlerweile die der Sprinterspikes erreicht mit einem leichten Schaft. Die Entwicklung ist rasant, denn früher wurden noch herkömmliche Spikes benutzt. Diese zerbrachen jedoch das Eis und ramponierten die Startstrecke.

Der deutsche Hersteller adidas ist Alleinproduzent der Schuhe, die jährlich in einer Größenordnung zwischen 200 und 300 Paar produziert werden. Die Entwicklungskosten belaufen sich auf mehrere 100 000 Euro. Produziert wird im fränkischen Scheinfeld in der Nähe von Herzogenaurach. Entwickelt wird gemeinsam mit Athleten wie Pierre Lueders, Martin Annen und den deutschen Bob-Fahrern. Alle vier Jahre kommt ein neuer Schuh auf den Markt: Der nächste wird eine neue Sohle bekommen, in der die Spikes anders verankert sind.

22.02.2010


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