Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Neuner: «Bald kann ich Magdalena sein»
Von Volker Gundrum und Lars Reinefeld, dpa
Zweimal Gold, einmal Silber, Olympia-Siegerin der Herzen und zum Abschluss auch noch Fahnen-Trägerin: Nach zwei turbulenten Olympia-Wochen freut sich Magdalena Neuner vor allem auf ihr eigenes Bett.
«Daheim kann ich sagen, jetzt kann ich Magdalena sein und der Sport bleibt draußen», sagte Deutschlands Biathlon-Star. Ihre sportlichen Träume hat sich die 23-Jährige in den Bergen von Whistler mehr als erfüllt, die Rolle als «Everybody's Darling» im Scheinwerferlicht hat aber auch Spuren hinterlassen. «Einige Dinge habe ich mir anders vorgestellt. Es war halt ganz schön stressig», sagte Neuner in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nicht ausgeschlossen, dass Neuner 2014 in Sotschi gar nicht mehr dabei ist. «Das weiß ich noch nicht.»
Festgelegt hat sie ihre Karriereplanung nicht: «Ich werde das immer von Jahr zu Jahr entscheiden. Ich schaue einfach. Vielleicht mache ich noch bis 2018, bis 2020. Keine Ahnung. Vielleicht auch kürzer. Solange es noch Spaß macht, so lange man noch Freude hat, unterwegs zu sein und das alles zu machen, glaube ich, kann man es machen. Und wenn nicht, dann halt nicht mehr.» So einfach ist das.
Sportlich lief es beim Olympia-Debüt für das «Gold-Küken» wie am Schnürchen. «Ich habe mir meine Träume erfüllt. Mehr als das - ich wollte eigentlich nur eine Medaille und jetzt habe ich drei», sagte die Wallgauerin und klimperte dabei fröhlich mit dem Edelmetall. In der Weltcup-Gesamtwertung hat sie dank der Medaillen von Whistler die Schwedin Helena Jonsson überholt und führt vor den letzten drei Weltcups mit zwei Punkten. «Den will ich mir schon holen. Ich werde jetzt versuchen, gute Wettkämpfe zu machen und dann werden wir sehen», sagte die sechsmalige Weltmeisterin. 2008 hatte Magdalena Neuner die Kristallkugel als jüngste Skijägerin erstmals gewonnen.
In dieser Woche steht noch der Empfang der Olympia-Mannschaft in München auf dem Programm, am 5. März ehrt sie ihre Heimatstadt Wallgau. Nach einem Besuch im Aktuellen Sportstudio soll es mit den öffentlichen Auftritten erst einmal vorbei sein. Dann endlich kann sie die Tür in der eigenen Wohnung hinter sich zumachen. «Ich habe trotzdem Olympia total genossen. Es war vielleicht teilweise etwas stressig, aber trotzdem war es unheimlich schön. Ich werde viele gute Erinnerungen mit nach Hause nehmen.»
Auch Tage danach bereut sie nicht, auf den Staffeleinsatz zu Gunsten ihrer Teamkollegin Martina Beck verzichtet zu haben. Für die von Herzen kommende Geste erhielt sie sogar die Fair-Play-Medaille des deutschen Sports. «Ich habe nicht das Ziel gehabt, dass ich Fair- Play-Preise abräume», sagte Neuner. «Ich stehe da nach wie vor dahinter und freue mich, dass es so aufgegangen ist, dass jetzt alle ein Medaille haben.» Es seien schließlich «sechs Mädels in der Mannschaft», sagte sie. Und: «Man muss da auch mal Teamplayer sein.»
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