Fahnenträgerin Neuner setzt Zeichen

Von Volker Gundrum und Lars Reinefeld, dpa

Magdalena Neuner hat nicht nur zweimal Gold gewonnen, sondern auch ein Zeichen gesetzt. Zugunsten ihrer Teamkollegin Martina Beck hatte die Doppel-Olympiasiegerin vor dem letzten Rennen in Whistler auf einen Staffel-Einsatz verzichtet.

Entspannt
Magdalena Neuner spricht bei einer Pressekonferenz im Deutschen Haus. 

Die sogenannte deutsche Ü-30-Staffel mit Beck, Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Simone Hauswald bestritt das letzte Olympia-Rennen einer Biathlon-Generation - und gewann Bronze. «Jetzt haben wir alle eine Medaille», sagte die 23 alte Magdalena Neuner danach. Für diese tolle Geste gab es die Fair-Play-Plakette des deutschen Sports.

Stricken ist ihre Leidenschaft. Die Wallgauerin hat sogar eine eigene Internetseite, in der sie Monat für Monat ihre Lieblingsanleitungen zum Sammeln und Nachstricken vorstellt. Auch Harfe spielt sie gerne. Bodenständigkeit und Natürlichkeit gepaart mit Professionalität und Eloquenz sind die Eigenschaften, mit denen sie besticht. «Sie ist eine absolute Sympathieträgerin über den Wintersport hinaus», beschrieb DOSB-Präsident Thomas Bach während der olympischen Tage den Wert Neuners für den deutschen Sport.

Die junge Frau hat es geschafft, trotz der sportlichen Erfolge und der damit verbundenen Anerkennung in der Öffentlichkeit ein ganz normales Mädchen zu bleiben. Auch die olympischen Erfolge mit zweimal Gold und einmal Silber sollen sie nicht verändern. «Ich versuche einfach, so zu bleiben, wie ich bin.» Die sechsmalige Weltmeisterin baut dabei auf ihre Familie und die Freunde. «Hoffentlich sagen sie es mir, wenn es nicht so ist.»

Nach dem Gewinn ihrer ersten Olympia-Medaille, dem Sprint-Silber vier Tage nach ihrem 23. Geburtstag am 9. Februar, bezauberte die Skijägerin auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Der Politiker nannte die Zollbeamtin eine «sympathische Botschafterin Deutschlands». Sogar Schwedens Königin Silvia musste nicht lange überlegen, um den Star der deutschen Olympia-Mannschaft zu benennen. «Neuner», sagte die Monarchin ohne zu zögern in Whistler.

Sechsmal ist Magdalena Neuner Biathlon-Weltmeisterin geworden, 2007 bei den Titelkämpfen in Antholz ging ihr Stern auf. Gleich beim WM-Debüt gewann sie drei Titel. Und sie bezauberte mit ihrer Natürlichkeit und ihrem Lächeln. Die mehrmalige Junioren- Weltmeisterin ist die jüngste Biathletin, die den Gesamtweltcup (2008) gewonnen hat.

Sie war auch schon Deutschlands Sportlerin des Jahres und ist zudem eine begehrte Werbe-Partnerin. Kein Wunder, dass Uli Hoeneß, der Päsident des Fußball-Rekordmeisters aus München, der zweimaligen Biathlon-Olympiasiegerin einen Job angeboten hat. «Magdalena Neuner hat ja gesagt, wenn sie aufhören will, dann will sie Familie haben, Kinder oder einen gescheiten Beruf. Das wäre eine, die ich gerne bei Bayern München sehen würde»,

27.02.2010


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