Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Greis: «Der Andi war die ärmste Sau»
Mit Platz fünf in der Biathlon-Staffel erlebte Michael Greis zum Abschluss der Winterspiele eine weitere Enttäuschung. Nach dem letzten Rennen sprach der dreimalige Olympiasieger von Turin über die Staffel, seine persönliche Bilanz und die bevorstehenden Weichenstellungen im Verband.
Herr Greis, als Sie als Schlussläufer der Staffel ins Rennen gingen, war eigentlich schon alles gelaufen. Waren sie die ärmste Sau?
Greis: «Nein, die ärmste Sau war der Andi Birnbacher, weil er eigentlich unser bester Stehend-Schütze ist. Für ihn ist es wirklich tragisch. Es tut mir für ihn unendlich leid, weil er nie ein richtiger Staffelmann war, weil er nie das Selbstvertrauen hatte. Und wenn es die ganzen Jahre so läuft, ist es natürlich schwer, wenn dann so ein Rennen kommt, in dem von einem etwas erwartet wird. Ich habe natürlich versucht, hinten raus das Beste zu machen. Aber es ist schwierig, wenn man so weit vom dritten Platz entfernt ist und chancenlos hinten dran liegt.»
Grundsätzlich waren das nicht Ihre Winterspiele. Wie fällt ihr Fazit aus?
Greis: «Klar habe ich keine Medaille geholt, was mein Ziel und sicherlich auch möglich war. Das ist traurig und von daher ist es nicht erfolgreich gelaufen. Aber trotzdem habe ich hier ganz gute Rennen gemacht, halt nur nicht zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe schon vorher gesagt, dass das Feld hier sehr eng zusammen ist und dass alles passen muss. Und bei mir hat es halt nicht im richtigen Moment gepasst.»
Was muss sich in der Zukunft ändern, damit neben den Frauen auch die Männer im Biathlon wieder erfolgreich sind?
Greis: «Ich habe ja schon vor zwei Jahren gesagt, dass sich etwas ändern muss. Es hat sich auch etwas getan und mit dem Frank Ullrich hat bis zum Schluss alles gepasst. Aber gleichzeitig muss man sagen, dass die Konkurrenz nicht schläft und gerade im Herren-Bereich unglaublich angezogen hat. Wir sind sicher auf dem richtigen Weg, aber wir müssen schauen, dass wir das ganze Potenzial rausholen. Ich wollte im Vorfeld erreichen, dass wir mit Selbstvertrauen und einem guten Team-Spirit hier hinfahren. Das haben wir versucht, aber das haben wir nicht ganz so gut hingekriegt. Wenn man hier mit der Einstellung reingeht und sagt, ja das passt schon, dann ist das halt ein bisschen wenig. Man muss hier heiß sein, man muss hier brennen, man muss hier Leidenschaft zeigen und genau an dem müssen wir arbeiten.»
Aufgezeichnet von Lars Reinefeld und Volker Gundrum, dpa
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