Björndalen nach Staffel-Gold: «Alles vergessen»

Von Volker Gundrum und Lars Reinefeld, dpa

Mit der norwegischen Fahne in der Hand hat Biathlon-König Ole Einar Björndalen sein halbes Gold-Dutzend bei Olympia vollgemacht. «Das ist ein großartiges Gefühl. Für mich ist es vor der Staffel nicht optimal gelaufen, aber nun ist alles vergessen», sagte Björndalen.

Medaillensammler
Ole Einar Björndalen freut sich im Ziel über Gold mit der Staffel. 

Der Staffel-Erfolg mit Norwegen in den Bergen von Whistler war sein erster Olympiasieg seit den Triumphen bei den Winterspielen vor acht Jahren in Salt Lake City. Bei Olympia 2002 hatte Björndalen alle vier Biathlon-Wettbewerbe gewonnen. In Nagano 1998 hatte der mittlerweile 36 Jahre alte Skijäger erstmals den Olympiathron bestiegen. 2006 in Turin holte er zwar drei Medaillen, blieb aber ohne Sieg.

2006 war es vor allem ein damals nahezu unbekannter deutscher Skijäger namens Michael Greis, der Björndalen in Schach gehalten hatte. In Turin musste sich der Norweger mit zweimal Silber und einmal Bronze begnügen. Diesmal ging Greis gänzlich leer aus, doch Björndalens Beispiel zeigt vor allem eins: Im Sport liegen Triumph und Enttäuschung ganz eng zusammen. «Möglicherweise», sagte der scheidende Bundestrainer Frank Ullrich, werde auch Greis in Sotschi noch dabei sein. «Er hat noch Perspektiven. Er hat hier gemerkt, dass er etwas bewegen kann. Aber drängen sollte man ihn nicht.»

Der 14-malige Weltmeister Björndalen drängt sich indes selbst. Der sechsmalige Weltcup-Gesamtgewinner hat den Biathlon-Sport geprägt wie kein anderer. Neun Olympia-Medaillen, darunter fünf goldene hatte der Norweger vor den Winterspielen in Kanada gewonnen. Bis zum Staffel- Rennen musste der 36-Jährige jedoch auch bei diesen Spielen einige Rückschläge verkraften. Vor dem Team-Triumph mit Halvard Hanevold, Boe Tarjei und Emil Hegle Svendsen gab es für den Vorzeige- Biathleten «nur» Silber im Einzel hinter Svendsen. Dabei war der beste Skijäger der Welt angetreten, um die acht Olympiasiege des Langläufers Björn Dählie zu übertreffen.

Der Ehrgeiz des nun sechsfachen Olympiasiegers Björndalen und Zweiten im ewigen Olympia-Medaillen-Ranking der Winterspiele hinter Landsmann Dählie ist so groß, dass auch nach diesen Spielen nicht Schluss sein soll. «Sotschi ist ganz klar ein Ziel», kündigte der elfmalige Olympiamedaillen-Gewinner bereits an.

Dass man auch als 40 Jahre alter Biathlet noch Gold gewinnen kann, zeigte Hanevold. Der Einzel-Sieger von Nagano wurde zum dritten Mal Olympiasieger, zum zweiten Mal war er mit der Staffel erfolgreich. «Das ist der Höhepunkt meiner Karriere» sagte der fünfmalige Weltmeister. «Das wird eine Riesen-Sause, eine Goldmedaille mit diesen verrückten Jungs zu gewinnen ist einfach großartig», sagte Hanevold.

27.02.2010


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