Winterspiele sind kein Wunschkonzert


Vancouver - Olympische Spiele sind kein Wunschkonzert. Wer sich um Tickets bemüht, muss nehmen, was zu bekommen ist. So kann es sein, dass nichts Ahnende an der Rodelbahn stehen und Trainingsläufe für die Doppelsitzer zu sehen bekommen. Nur so viel: Darüber werden Witze gemacht. Die Frage, wo sich der oben liegende Mann in der Sportart mit dem engsten Körperkontakt festhält, ist aber gut.

Doppelsitzer-Rodler reden nicht so gerne von oben und unten, sondern von hinten und vorne, womit auch schon geklärt wäre, weshalb die Doppelsitzer nicht Doppellieger heißen. Auch wichtig zu wissen: Der Schwerere, der hauptsächlich lenkt, liegt/sitzt oben/vorne. „Das hängt mit dem Schwerpunkt zusammen. Der darf weder zu tief noch zu weit hinten liegen“, sagt der Österreicher Tobias Schiegl. Er wollte vergangene Nacht mit seinem Cousin Markus Schiegl bei der Entscheidung um die Medaillen ganz oben/vorne dabei sein. Das wollten die deutschen Kollegen Patric Leitner und Alex Resch bei ihrem letzten Rennen übrigens auch.

Weil, jetzt bitte nicht lachen, die leichten Jungs unten/hinten nichts sehen, dürfen sie zwei Trainingsläufe alleine machen. Alexander Resch erklärt: „Es ist ja nicht so, dass mich der Patric einfach runter fährt. Bis auf ein paar Kurven lenke ich mit.“ Was die Doppelwhopper, nein Doppelsitzer außerdem von den Solisten unterscheidet: Sie haben nicht vier Läufe an zwei Tagen, sondern zwei an einem und deshalb auch keine schlaflose Nacht zwischen ihren Durchgängen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Mann, der oben/vorne liegt/sitzt, hält sich wie der Unter-/Hintermann an einem seitlichen Griff auf dem Schlitten/Rodel fest. Allerdings mehr außen als innen.





17.02.2010


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