Northwest Coast Cuisine

Hier gibt es viel, was es zu Hause auch gibt: Lady Gaga im Radio, „Sale“-Aufkleber in den Fenstern der Geschäfte und gutes Essen. Die Küche Vancouvers gilt als Schmelztiegel der Esskulturen.

Mit einem wilden Mix internationaler Kochstile überzeugt Vancouvers „Northwest Coast Cuisine“ selbst verwöhnte Gourmets. Klingt gut? Habe ich auch abgeschrieben. Beim Kollegen von „Spiegel Online“ – danke! Knallharte Internetrecherche war nötig, weil für Esskultur bis auf eine ausgezeichnete Ausnahme vor Beginn der Spiele schlicht keine Zeit war. In Vancouver soll man für 3,50 Euro richtig gut Sushi essen oder auch frühstücken können. Gut, man kann auch beim Eishockey für 5,68 Euro ein kleines Bier im Plastikbecher erstehen.

Zurück zum Frühstück. Ist hier echt ein Problem. Gibt eigentlich nur Süßkram: Muffins, gefüllte Croissants, Zimtschnecken mit einer dicken Zuckerglasur und so. Ich mache gerade die Muffin-Diät. Derzeit ist Raspberry Chocolate Chip mein Favorit, auch weil es so gut klingt. „Raspberry Chocolate Chip“ macht von Haus aus mehr Lust als „Himbeer-Schokoladensplitter“. Das gute Stück kostet jedenfalls umgerechnet 2,13 Euro, ist sehr groß und dermaßen gehaltvoll, dass bis zum Abend nicht an weitere Nahrungsaufnahme zu denken ist. Mit diesen Muffins verhält es sich vermutlich wie mit Spitzensport: Damit kann man nicht einfach so aufhören, sondern man muss abtrainieren, also von der täglichen Dosis auf fünf Mal wöchentlich runter und so weiter. Nur: Solche Muffins gibt es zu Hause nicht.

Was es zu Hause übrigens auch nicht gibt: dermaßen viele Miniröcke knapp über der Frostgrenze. Aber über Geschmack lässt sich ja ausgezeichnet streiten. Vor allem hier an der Northwest Coast.

26.02.2010


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