Bobic: "Mannschaft besitzt unglaubliche Mentalität"

Berlin/Stuttgart - Erst nach großem Kampf unterliegt der VfB Stuttgart im DFB-Pokal-Endspiel gegen den FC Bayern München (2:3). Fragen an den Sportdirektor des schwäbischen Fußball-Bundesligisten, Fredi Bobic.

Herr Bobic, der VfB Stuttgart hat sich tapfer geschlagen.

Bobic: "Da ist sehr viel Stolz dabei. Was die Mannschaft abgeliefert hat, war erste Sahne. Die Jungs haben ihre Sache sehr gut gemacht. Sie haben den VfB würdig vertreten und ein tolles Spiel gemacht. Vor allem in der ersten Halbzeit waren sie sensationell, wir hätten da führen können. Ich bin stolz darauf, was die Jungs geleistet haben."

Tut das 2:3 besonders weh, weil der VfB so nah dran war?

Bobic: "Eine Niederlage ist immer bitter. Es ging gegen eine Mannschaft, die in dieser Saison ihresgleichen gesucht hat. Wir haben sie aber beschäftigt. Es ist bitter, dass Kleinigkeiten entscheiden. Trotzdem bin ich einfach nur stolz auf die Jungs. Wir haben unglaublich viel gewonnen. Wie sie den Verein über 90 Minuten vertreten haben, das war sensationell."

Welche Erkenntnisse liefert Ihnen dieses Finale?

Bobic: "Aus diesem einen Spiel kannst du viel für die neue Saison ziehen. Die Jungs können sehr stolz sein, was sie abgeliefert haben. Sie haben einen großen Kampf geliefert. Die Mannschaft besitzt eine unglaubliche Mentalität. Sie gibt nicht auf, auch wenn sie am Boden liegt. Darauf lässt sich aufbauen. Jetzt brauchen wir noch ein bisschen mehr Qualität und Quantität, dann können wir auch mit mehr Konstanz solche Leistungen abrufen."

Hat sie die Vorstellung Ihrer Mannschaft teilweise verblüfft?

Bobic: "Die Mannschaft hat mich schon das ein oder andere Mal positiv überrascht. Die Mannschaft zeigt, dass sie wieder aufsteht, wenn sie mal am Boden liegt. Das war unser 52. Pflichtspiel in dieser Saison. Das war eine Bombenleistung. Der Trainer ist hauptverantwortlich dafür."

Zum Abschied hat Jupp Heynckes dem FC Bayern das Triple beschert.

Bobic: "Man kann ihm das nur gönnen. Er hat sich große Verdienste erworben. Wir müssen Bayern zum Triple gratulieren."

Ist der FC Bayern künftig zu stoppen?

Bobic: "Die Bundesliga hat immer wieder gezeigt, dass sie sich auch selbst ein Bein stellen können, wenn es Zwist gibt oder so. Was gestern war, interessiert keine Sau. Es geht wieder von vorn los."

Wie haben Sie die Leistung von Referee Manuel Gräfe gesehen?

Bobic: "Natürlich gab es da die eine oder andere Geschichte. Aber es ist ein Finale, ein so geiles Spiel, da habe ich keine Lust, die Schiedsrichterleistung zu kommentieren. Natürlich sind es Details, die das Spiel in die eine oder andere Richtung bringen können."

Wie geht es jetzt für den VfB Stuttgart und die Mannschaft weiter?

Bobic: "Du musst versuchen, dich zu entwickeln. Ich glaube, wir sind da gut aufgestellt. Unser Anspruch muss es sein, konstanter in einer Saison durchgehen zu können." dpa