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Cacaus Kampf gegen die Krise
Von Arne Leyenberg, dpa
Cacau musste in den vergangenen Monaten viel aushalten: Über Monate im Formtief gefangen, wurde er von der eigenen Mannschaft als Vizekapitän abgesetzt und von einem Team-Kollegen sogar öffentlich kritisiert.
Jetzt könnte für den schwächelnden Nationalspieler des VfB Stuttgart ausgerechnet die Verpflichtung seines vermeintlichen Konkurrenten Vedad Ibisevic zum Glücksfall werden. «Cacau kann von Vedad profitieren», sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia. Denn der Einkauf von Ibisevic führte beim VfB prompt zum Systemwechsel und erlöste Cacau vom ungeliebten Posten des Alleinunterhalters im Sturm. Cacau kann sich nun weiter zurückfallen lassen. Ein neuer Anlauf für den Nationalspieler: denn hängen lassen gilt nicht.
Immerhin: Ein Problem ist Cacau damit los. Andere Herausforderungen bleiben. Seine neue Rolle im Team hat der 30-Jährige offenbar noch nicht gefunden. Eine Rolle ohne Verantwortung. Im Trainingslager in der Türkei war Stellvertreter Cacau, der wegen der Verletzung von Matthieu Delpierre in der Hinrunde lange Zeit die Kapitänsbinde getragen hatte, von seinen Mitspielern aus dem Mannschaftsrat gewählt worden.
Der gebürtige Brasilianer empfand nicht nur die Abwahl als Demütigung. Stürmerkollege Martin Harnik hatte ihn zuvor in der Hinrunde öffentlich kritisiert. Und vom Trainer erhielt er nicht die gewünschte Unterstützung. Im Gegenteil: Labbadia verbannte Cacau sogar vorübergehend auf die Ersatzbank.
«Die Situation ist nicht einfach für ihn», gab Labbadia vor dem Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München zu. «Er steht jetzt auch im Konkurrenzkampf zu Julian Schieber und Martin Harnik.» Für den Trainer ist weiterhin offen, ob Cacau mit seiner neuen Situation zurechtkommt. «Das werden die nächsten Wochen zeigen. Dafür ist es jetzt noch ein bisschen zu früh», sagte Labbadia. Der Stürmer selbst äußert sich derzeit nicht dazu.
Für Cacau geht es um mehr, als zu alter Stärke in Stuttgart zurückzufinden. Ihm droht, mit einem Stammplatz beim VfB zudem die Teilnahme an der Europameisterschaft im Sommer zu verspielen. Auch wenn Bundestrainer Joachim Löw noch uneingeschränkt zu ihm hält. So war Cacau wie selbstverständlich dabei, als unlängst in München die Werbeaufnahmen der Nationalspieler für die EM geschossen wurden.
«Ich weiß, was Cacau kann, zu was er in der Lage ist», sagte Löw. «Im Moment war er vielleicht nicht ganz so in Form wie 2010. Die anderen Probleme, die Cacau im Moment so mitmacht, die interessieren mich weniger.»
Wie einst Miroslav Klose und Lukas Podolski, die in München kaum zum Einsatz kamen aber im Nationaltrikot nicht infrage gestellt wurden, kann Cacau zumindest auf Löws Treue hoffen. «Die Leistung im Verein ist schon auch wichtig, daran wird jeder in einer gewissen Form gemessen. Überwiegend aber an dem, was in der Nationalmannschaft passiert», sagte Löw. «Ich kenne Cacau, ich weiß, was für ein guter Charakter er ist, wie wichtig er für eine Mannschaft ist.» Seine eigene scheint das derzeit vergessen zu haben.
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