Erstes Training des VfB Stuttgart in Öhringen

Von Andreas Öhlschläger

Öhringen - Der Trainer hat sehr gute  Laune, schäkert mit den Zuschauern in Öhringen. Aber Christian Gross  schimpft dann trotzdem lautstark. Was VfB-Talent Daniel Didavi da gerade im Übungsspielchen angestellt hat, gefällt dem Stuttgarter Trainer gar nicht. „Dida! Wir spielen nach vorne! Vorwärts! Vorwärts!“

Am Samstagmorgen hat Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart erstmals im Öhringer Otto-Meister-Stadion trainiert. Um 10.25 Uhr fuhr der Mannschaftsbus aufs Gelände – da waren die Torhüter Sven Ulreich und Marc Ziegler schon lange fleißig bei der Arbeit. Die Schlussmänner hatten eine Stunde früher mit ihrem Training begonnen. Ein Torwart braucht schließlich ganz spezielle Übungsformen.

Knapp 200 Fans waren am Samstagmorgen nach Öhringen gekommen. Sogar aus Esslingen hatten sich VfB-Anhänger auf den Weg ins Hohenlohische gemacht. Es wären wohl bei wunderschönem Hochsommerwetter noch deutlich mehr gewesen, hätte der Bundesligist nicht erst am Freitagabend bekanntgegeben, wann die Mannschaft trainieren wird.

Rund 3000 Zuschauer
erwartet

Voll wird es im Otto-Meister-Stadion an diesem Sonntag. Ab 18 Uhr wird der VfB Stuttgart ein Testspiel gegen die heimische TSG Öhringen absolvieren. Zwischen 2500 und 3000 Zuschauern werden erwartet. „An der Abendkasse wird es auf jeden Fall noch Karten geben“, sagt TSG-Geschäftsführer Markus Denz. „Kurzentschlossene sollten aber idealerweise um 16 Uhr da sein, wenn die Kassen öffnen.“
Nicht ganz einfach ist die Anreise zum Stadion, da Bauarbeiten die Zufahrt behindern. Denz empfiehlt: „Wer zum Spiel nach Öhringen kommt, sollte bei der Kultura parken und dann durch den Hofgarten zum Stadion laufen.“ Rund ein Kilometer Anmarsch ist das, aber der Geschäftsführer will Parkchaos umgehen.

Seit Freitagnachmittag ist der VfB Stuttgart im Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe in Zweiflingen untergebracht. Bis zum Rückspiel in der Europa-League-Qualifikation gegen das norwegische Team aus Molde (Donnerstagabend in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena) wird Trainer Christian Gross die Mannschaft weiter an ihre Bundesliga-Startform heranführen. 

Bobic gut gelaunt

Fredi Bobic, der neue Sportdirektor des VfB, steht gut gelaunt am Rand des Öhringer Trainingsrasens und schreibt Autogramme. Auf der Kirchturmuhr gleich neben dem Stadion ist es fünf vor zwölf – aber Bobic muss dieses Bild nicht fürchten. Der VfB Stuttgart steht gut da, auch wenn der Abgang von Führungskraft Sami Khedira zu Real Madrid jetzt sicher ist. „Ich sehe das mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt einer der Fans, die dem Training zuschauen. „14 Millionen Euro, das ist gutes Geld. Sami ist zwar ein Urgestein beim VfB, das schmerzt schon, aber wenn er seinen Vertrag verlängert hätte, dann wäre das sehr teuer geworden, dann wäre die Gehaltsstruktur im Team durcheinandergekommen. Außerdem ist es mit lieber, er geht jetzt zu Real als in einem Jahr zum FC Bayern.“

Um Viertel nach zwölf am Samstagmittag ist die VfB-Übungseinheit beendet. Die Spieler steigen wieder in den Mannschaftsbus. Trainer Gross war mit der Qualität des Platzes zufrieden. Der Rasen hätte noch ein kleines bisschen kürzer geschnitten sein können. Und beim nächsten Mal sollte der Platz vorher  auch gewässert werden. Aber Gross hat nichts wirklich ernsthaftes zu monieren – auch Daniel Didavi hat nach der lautstarken Kritik beim Trainingsspiel dann alles richtig gemacht.


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