TSB Horkheim gelingt Winter-Transfercoup

Handball  Nach vielen Jahren in Erlangen und Friesenheim spielt der gebürtige Weinsberger Oliver Heß ab der Rückrunde für den Handball-Drittligisten TSB Horkheim.

Von Stephan Sonntag

TSB Horkheim gelingt Winter-Transfercoup

Oliver Heß im zarten Alter von 19 Jahren im Trikot des TV Flein.

Foto: Archiv/Veigel

 

Bereits mit 20 Jahren hat Oliver Heß die Region verlassen, um seine Handball-Karriere anderswo voranzutreiben. Knapp zehn Jahre später kehrt der Linkshänder nach Stationen in Herrenberg, Erlangen und Friesenheim zurück ins Unterland. Ab der Rückrunde wird Heß für den TSB Horkheim in der 3. Liga Süd auflaufen.

"Wir haben auch in früheren Jahren schon Kontakt gehabt. Jetzt passt einfach alles", sagt der 29-Jährige. Ende Oktober hatte Heß seinen Vertrag beim Bundesliga-Aufsteiger aufgelöst. Im November schloss er seinen Master-Studiengang in Wirtschaftspädagogik ab. Nun beginnt das Referendariat an der Gustav-von-Schmoller-Schule: Gemeinsam mit seiner Freundin ist er Anfang des Monats nach Heilbronn gezogen.

"Der Lehrerberuf lässt sich nicht mehr mit dem Profi-Handball vereinbaren", erklärt Heß. Kurz hat der knapp zwei Meter große und 100 Kilo schwere Modellathlet überlegt, den Handball endgültig in die Ecke zu legen. Doch nach inzwischen fast zweimonatiger Trainingspause hat er festgestellt: "Der Sport fehlt mir, das Zusammensein mit den Teamkollegen. Ich will schon noch ein paar Jahre ambitioniert spielen."

Gespräche mit Weinsberg geführt

Dafür ist im Unterland der TSB Horkheim die erste Adresse. "Natürlich habe ich auch Gespräche mit meinem Heimatverein in Weinsberg geführt. Dort hätte ich aber frühestens im Sommer beginnen können. Bis dahin hätte ich acht Monate Pause gehabt. Das wäre zuviel gewesen", kam eine Rückkehr zum Oberligisten nicht in Frage.

Beim TSB war ursprünglich auch an eine Verpflichtung ab nächster Saison gedacht worden. Schließlich ist der Kader voll, alle 14 Spieler sind fit, sechs der letzten sieben Spiele der Hinrunde wurden gewonnen. Kein Wunder, dass der am Saisonende scheidende Trainer Jochen Zürn nicht in Jubelstürme ausbricht. "Es gab keine Notwendigkeit für einen Winter-Transfer. Nach der Neuformierung zu Saisonbeginn ist die Mannschaft intakt." Der Trainer wird nun gefordert sein, in diesem Gefüge einen Platz für Heß zu finden. "Als Typ und von seinen sportlichen Qualitäten her, ist Olli natürlich völlig unumstritten. Wir werden ihn ab dem Trainingsauftakt am 4. Januar gut ins Team integrieren", macht Zürn deutlich.

Unterschrift für zwei Saisons

TSB Horkheim gelingt Winter-Transfercoup

Mit den Eulen Ludwigshafen gelang Oliver Heß im Sommer der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Berufsbedingt löste er Ende Oktober seinen Vertrag auf. Foto: Imago

 

Heß weiß natürlich um die Problematik, in ein bestehendes Mannschaftsgeflecht einzudringen. Er ist bereit, sich erst einmal hinten anzustellen: "Ich will da keine Unruhe reinbringen und werde sicher den ganzen Januar brauchen, um erst mal in Form zu kommen." Das Entgegenkommen des TSB ist zudem damit belohnt worden, dass Heß gleich für die nächsten beiden Saisons unterschrieben hat. "Hätten wir die Gelegenheit, einen solchen Spieler verpflichten zu können, verstreichen lassen, hätte das für großes Unverständnis gesorgt", sagt Mike Löbich, Ressortleiter der ersten Mannschaft. "Olli ist eine Verpflichtung in die Zukunft des TSB." Daher war an den Gesprächen mit Heß nur der Vereinsvorstand beteiligt und Zürn nicht involviert.

Klar ist bereits die künftige Trikotnummer des Neu-Horkheimers - die 17. Die trug bis Ende der vergangenen Saison TSB-Legende und Abwehrchef Stefan Fähnle, aktuell Trainer des TSV Weinsberg. "Ich bin mir der Anforderung dieses Trikots bewusst", sagt Heß.

 

Zur Person

Oliver Heß hat das Handballspielen in Weinsberg gelernt. Mit der A-Jugend des TSV wurde er 2006 Verbandsliga-Meister. Im Aktivenbereich wechselte er zum Oberligisten TV Flein, für den er zwei Jahre spielte, den Abstieg 2008 aber nicht verhindern konnte. Bei der SG Herrenberg stieg er mit dem späteren TSB-Spielmacher Andreas Blodig zusammen in die 2. Liga auf. Von 2010 bis 2016 war Heß dann in Erlangen aktiv, schaffte zwei Mal den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Gleiches gelang ihm 2017 noch einmal mit der TSG Friesenheim/Ludwigshafen.