Ein Künzelsauer beim German Bowl: Was man zum Finale wissen muss

American Football  Wenn die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstagabend auf die New Yorker Lions aus Braunschweig treffen, dann ist ein Künzelsauer mittendrin: Kicker Tim Stadelmayr. Wie stehen die Chancen für sein Team?

Von Tobias Wieland

Schwäbisch Hall gegen Braunschweig: Es ist fast schon ein Klassiker im German Bowl. Zuletzt gab es 2013 eine andere Paarung im Finale um die deutsche Meisterschaft. Beide Teams setzten sich heuer souverän in ihren Hauptrunden-Staffeln durch. Was den Hallern Mut macht, den Rivalen und Rekordmeister nach drei verlorenen Endspielen in Folge endlich zu besiegen, das hat uns Kicker Tim Stadelmayr verraten.

Was man vor dem Endspiel wissen sollte, das erzählen wir in kompakter Form hier. Die Partie beginnt am Samstagabend um 18 Uhr, Eurosport überträgt live. 

  1. Die Ausgangslage
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    Zum vierten Mal in Folge heißt die Paarung beim German Bowl: New Yorker Lions Braunschweig gegen Schwäbisch Hall Unicorns. 2014, 2015 und 2016 waren die Niedersachsen im Endspiel siegreich. Überhaupt haben die Haller noch nie gegen den Rekordmeister gewonnen. Bei den Unicorns ist man guter Dinge, dass sich das nun ändert - auch wenn Braunschweig leicht favorisiert ist. "Die Chancen stehen 50/50", sagt Unicorns-Pressesprecher Axel Streich. "Wie immer bei so einem Spiel, muss an diesem Tag alles genau stimmen." Im diesjährigen Viertelfinale erlebten die Hohenloher ein dramatisches Spiel inklusive Verlängerung gegen die Berlin Rebels, im Halbfinale gelang ein deutlicher Sieg gegen Kiel. Bei Braunschweig verlief die Halbfinalpartie knapp. "Das Halbfinale hat uns Rückenwind gegeben", sagt Streich. "Es ist gut, wenn man da einen klaren Erfolg erzielt. Das hat uns ordentlich Auftrieb gegeben." Andererseits könnte das knappe Halbfinal-Resultat der Braunschweiger auch ein Vorteil sein: "Womöglich hat sie das wachgerüttelt", sagt Streich. Die Ausgangssituation erachtet er jedenfalls als ziemlich spannend.
  2. Stärken und Schwächen
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    Die Offensive der Unicorns war in den vergangenen Jahren stark vom Passspiel dominiert. Zuletzt zeigten die Männer in Grün aber deutlich mehr Laufspielzüge als in der Vergangenheit. Hinzu kommt eine Defensive, die "ziemlich dominant gespielt hat in den vergangenen Wochen", sagt der Cheftrainer der Unicorns, Jordan Neuman. Auf die Braunschweiger trifft das aber ebenfalls zu. Wo genau liegen die Stärken des Gegners? "Überall", sagt Neuman. Und die Schwächen? "Es gibt keine Schwachpunkte." Dennoch sieht der Cheftrainer Chancen für sein Team. Von seiner Mannschaft wünscht er sich, dass sie stark ins Spiel startet. "Wir haben keine Zeit zum Zuschauen."
  3. Das Drumherum
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    Seit 2012 ist der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin die Heimstatt des German Bowls. Mehr als 10.000 Zuschauer waren in den vergangenen Jahren jeweils im Stadion dabei. Aus Schwäbisch Hall fährt traditionell ein Fanzug in die Hauptstadt, 400 Anhänger sitzen darin, mehrere hundert weitere Hohenloher werden erwartet. "Es ist ein tolles Gefühl, vor den ganzen Zuschauern zu spielen", erzählt Unicorns-Kicker Tim Stadelmayr, der in Künzelsau wohnt und nun zum dritten Mal ein Finale erlebt. "Es kann alles passieren in so einem Spiel", sagt Stadelmayr, der die riesige Vorfreude in einen Sieg umwandeln möchte: "Wir wollen den Pokal wieder nach Hall holen."