Beim vierten Mal soll es für die Unicorns anders laufen

American Football  Was den Football-Spielern der Schwäbisch Hall Unicorns vor dem German Bowl gegen den Dauerrivalen aus Braunschweig Mut macht.

Von Tobias Wieland

Beim vierten Mal soll es für die Unicorns anders laufen

Tim Stadelmayr (Nr. 93) formt seine Hände zu einem "U", das für Unicorns steht. Nach dem Finale will er mit seinen Teamkollegen wieder jubeln.

Foto: Unicorns/M. Löffler

Wenn Tim Stadelmayr an diesem Samstagabend das Feld im Berliner Jahn-Sportpark betritt, wird alle Aufregung verflogen sein. Für den Kicker der Schwäbisch Hall Unicorns gilt dann nur noch eines: "Die Routinen durchziehen." Der Künzelsauer steht mit seiner Mannschaft im Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Der Gegner: die New Yorker Lions aus Braunschweig - wie in den vorherigen drei Finals auch.

Harter Konkurrent

Um zu verdeutlichen, was das für ein harter Konkurrent ist, genügt ein kurzer Blick in die Vergangenheit: Aus keinem der bisher sechs Aufeinandertreffen gingen die Haller siegreich hervor. Braunschweig ist mit elf Siegen im German Bowl deutscher Rekordmeister, zuletzt waren die Niedersachsen dreimal in Folge Finalsieger eben gegen die Unicorns. Ein aussichtsloses Duell also für die Hohenloher?

Keineswegs. "Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Berlin", sagt Stadelmayr. In der Hauptrunde blieben die Unicorns ohne Punktverlust. Das war bei den New Yorker Lions zwar auch der Fall. Die Haller hatten aber ein paar enge Spiele zu bestreiten. Vor allem im Viertelfinale gegen die Berlin Rebels, das die Unicorns erst in der Verlängerung gewannen, ging es eng zu: Eine halbe Minute vor Ende der regulären Spielzeit hatten sie noch zurückgelegen. Die Haller sehen Erfahrungen wie diese als Vorteil an. "Das schweißt ein Team zusammen. Wir wissen, dass uns auch ein Rückstand nicht zurückwirft", sagt Stadelmayr.

Dritte Teilnahme für Stadelmayr

Für den 25-Jährigen ist es nach 2015 und 2016 die dritte Teilnahme am German Bowl. Als Kicker gehört es zu seinen Aufgaben, Fieldgoals zu erzielen und nach einem Touchdown für den Extrapunkt zu sorgen. Beides gelingt mit einem Schuss durch die Torstangen am Ende des Spielfeldes.

Früher hat der Künzelsauer in hohenlohischen Mannschaften Fußball gespielt. Nach seinem Wechsel zum Football probierte er sich zunächst als Cornerback, eine Position in der Verteidigung. Kurz darauf kam der Einfall: Warum nicht Kicker sein? Schließlich trat Stadelmayr schon als Fußballer Ecken und Freistöße.

Ballgefühl, Tagesform und mehr

Neben Stadelmayrs Ballgefühl kommt es im Finale auf viele weitere Faktoren an: Tagesform, Konzentration von Beginn an, vielleicht spielt auch die Unterstützung von den Rängen eine Rolle. Im bereits traditionellen Fanzug nach Berlin sitzen 400 Unicorns-Anhänger, mehrere weitere hundert reisen privat an.

Ganz zentral wird am Samstagabend sein, wie sich die Offensivreihen behaupten können. Schließlich zeichnen sich beide Mannschaften durch eine dominante Defensive aus. Pluspunkt für die Unicorns: Im Halbfinale gegen Kiel haben sie nur elf gegnerische Punkte zugelassen - eine Top-Leistung. Die Vorfreude auf das Finale ist bei Tim Stadelmayr riesig: "Wir wollen den Pokal wieder nach Hall holen." Es wäre nach 2011 und 2012 der dritte nationale Titel für die Schwäbisch Hall Unicorns.

Übertragung

Eurosport zeigt den German Bowl ab 17.45 Uhr live. Unicorns-Fans treffen sich zum Schauen in der Stadiongaststätte der TSG in Schwäbisch Hall.