Aufsteiger Neckarsulm rockt die Bundesliga

Rugby  Am Dienstag feierte die Sport-Union den ersten Auswärtserfolg ihrer Bundesliga-Historie. Am Samstag geht es im Heimspiel gegen die RG Heidelberg.

Von Stephan Sonntag

Aufsteiger Neckarsulm rockt die Bundesliga

Gegen Neuenheim feierte die Neckarsulmer Sport-Union mit Lee Bicker (links) und Brian Nyaude ihren ersten Bundesliga-Auswärtssieg.

Foto: Archiv/Veigel

Drei Spiele, zwei Siege, Tabellenplatz drei − Aufsteiger Neckarsulm rockt derzeit die 1. Bundesliga Süd/West. An diesem Samstag (14 Uhr) empfängt das Team von Trainer Mark Kuhlmann die RG Heidelberg zum Spitzenspiel auf dem Sportplatz am Rossmarkt. "Wir sollten die Kirche im Dorf lassen", bleibt Kuhlmann vorsichtig. "Bisher hatten wir die Gegner, die in etwa auf Augenhöhe sind. Die RGH ist nochmal eine andere Nummer. Hinter dem Heidelberger RK ist das für mich die zweitbeste Mannschaft in Deutschland."

Am Nationalfeiertag feierte die Sport-Union den ersten Auswärtserfolg ihrer Bundesliga-Historie. Beim SC Neuenheim, ebenfalls in Heidelberg beheimatet, gelang am Dienstag ein verdienter 31:27 (17:3)-Erfolg. Besonders in der ersten Hälfte dominierten die Neckarsulmer den etablierten Bundesligisten. "Die ersten 25 Minuten waren großartig. Da haben wir nahezu fehlerlos gespielt", lobte Kuhlmann. Der Lohn war eine klare 17:3-Pausenführung. Einziger Wermutstropfen: "Wenn wir noch einen Versuch nachlegen, dann entscheiden wir die Partie frühzeitig", mutmaßte Kuhlmann.

Klare Pausenführung

Max Kopp hatte die Gäste mit einem Straftritt in Führung gebracht (3. Minute), Wallas Mascaro gelang acht Minuten später der erste Versuch. Neuenheim verkürzte durch einen Straftritt von Nikolai Klewinghaus auf 3:10 (20.). Doch dann schlug die Stunde des neuen Südafrikaners in Reihen der Sport-Union. Ausgeliehen vom deutschen Meister Heidelberger RK war der 24-jährige Marcel Henn schon nach einer Woche Training eine Top-Verstärkung für die dritte Sturmreihe der Sport-Union. Sein Versuch in der 27. Minute brachte die klare Pausenführung ein. "Marcel ist ein Typ, der schwere Schäden in der gegnerischen Abwehr hinterlassen kann und dies gegen Neuenheim auch getan hat", lobt Kuhlmann den körperlich robusten Neuzugang.

In den zweiten 40 Minuten steigerten sich die Gastgeber deutlich. Nicht zuletzt, weil der Co-Trainer der Siebener-Nationalmannschaft, Clemens von Grumbkow, nach zwölf Jahren sein Comeback bei seinem Heimatverein gab. Zusammen mit Trainer Lars Eckert, der sich ebenfalls einwechselte, bekam das Spiel des SCN mehr Struktur. Beim 13:17 (52.) und 20:24 (58.) waren die Gastgeber jeweils auf Schlagdistanz. Doch Neckarsulm hatte in Gestalt von Gonzalo Carrizo (56.) und Henn (65.) jeweils eine prompte Antwort parat. Dank der erzielten vier Versuche sicherte sich die Sport-Union den Offensiv-Bonuspunkt, der SCN rettete zumindest den Defensiv-Bonus, da der Abstand am Ende weniger als sieben Punkte betrug.

"Wenn alles passt, könnte sogar gegen die RG Heidelberg am Samstag zumindest ein Bonuspunkt drin sein", hofft Kuhlmann. Allerdings muss er wohl auf die angeschlagenen Brian Nyaude und Slava Vozyk verzichten.