Bär-Vierer holt Silber auf dem Rotsee

Rudern - Wieder Silber: Der deutsche Frauendoppelvierer mit Carina Bär von der Heilbronner RG Schwaben hat beim zweiten Weltcuprennen in diesem Jahr auf dem Luzerner Rotsee Platz zwei geholt.

Bär-Vierer holt Silber auf dem Rotsee
Aufschlussreiches Finale: Die Ukraine (drittes Boot von unten) ist bei Olympia Gold-Favorit. Deutschland (darüber) mit Carina Bär (Zweite v. l.) hofft auf Silber.Foto: dpa

Rudern - Wieder Silber: Der deutsche Frauendoppelvierer mit Carina Bär von der Heilbronner RG Schwaben hat beim zweiten Weltcuprennen in diesem Jahr auf dem Luzerner Rotsee Platz zwei geholt. Nach Silber beim Weltcupauftakt vor drei Wochen in Belgrad gab es kleinere Umbesetzungen im deutschen Boot. Lisa Schmidla (Krefeld) musste ihren Platz freimachen und Schlagfrau Stephanie Schiller (Potsdam) kehrte zu Carina Bär, Tina Manker und Julia Richter (beide Berlin) zurück ins Boot. Man hoffte so, ein wenig näher an das in Belgrad dominierende Boot aus der Ukraine heran fahren zu können.

Weltrekord

Im Vorlauf am Freitag ruderten die Deutschen und die Ukrainerinnen in unterschiedlichen Läufen, so dass es noch nicht zum direkten Aufeinandertreffen kam. Bei superschnellen Bedingungen wurden Bär, Schiller, Manker und Richter von den Booten aus der USA und China bis aufs Äußerste gefordert. In einem harten Bord-an-Bord-Kampf konnte sich der deutsche Frauendoppelvierer erst im Endspurt Platz eins sichern. Mit 6:09,38 Minuten verbesserten sie die Weltbestzeit der deutschen Ruderlegenden Kerstin Köppen, Katrin Boron, Kathrin Rutschow und Jana Sorgers aus dem Jahr 1996 um mehr als eine Sekunde. "Nach zwei Wochen Training in dieser Besetzung waren wir von diesem Weltrekord selbst sehr überrascht", sagte Tina Manker.

Im zweiten Vorlauf setze sich die Ukraine ohne Probleme durch. Für das Finale am Sonntag qualifizierten sich über die Hoffnungsläufe zudem Neuseeland, Australien, Großbritannien und die USA. Die Ukrainerinnen machten bei strahlendem Sonnenschein und absolut glattem Wasser auf dem Göttersee der Ruderer vom ersten Schlag an deutlich, wer im olympischen Jahr den Ton im Frauendoppelvierer angibt. Mit wuchtigen Schlägen konnten sie sich bereits auf den ersten 500 Metern drei Sekunden vom deutschen Boot und dem Rest des Feldes absetzten. Die deutschen Ruderinnen um Carina Bär konnten hier nicht folgen. Nach 2000 Metern stand ein ungefährdeter Sieg der Ukrainerinnen in einer Zeit von 6:15:36 Minuten fest. Vier Sekunden dahinter: der Bär-Vierer, der ein tolles Rennen fuhr und akzeptieren muss, dass der Goldfavorit für die olympischen Spiele in London (27. Juli bis 12. August) aus der Ukraine kommt. Auf den weiteren Plätzen folgten mit einem weiteren Rückstand von mehr als zwei Sekunden die USA, Neuseeland und Großbritannien sowie etwas abgeschlagen Australien.

Richtiger Weg

Hartmut Buschbacher, Cheftrainer des Deutschen Ruderverbandes, sagte: "Insgesamt sind wir zufrieden, denn in Luzern ist eine wichtige Standortbestimmung. Hier waren alle Überseenationen am Start. Die Ergebnisse zeigen, das wir auf dem richten Weg sind." Das gilt vor allem für den Deutschland-Achter. Die Männer um Schlagmann Kristof Wilke (Radolfzell) landeten seit Olympia in Peking den 34. Sieg.

Für Carina Bär gilt es nun, die Zeit bis zum Weltcup-Finale in München (15. bis 17. Juni) zu nutzen. Die Unterländer Sportlerin des Jahres sagt: "Es ist unklar, wie es weitergeht." Denn der Doppelzweier mit Britta Oppelt und Anne-Kathrin Thiele belegte in Luzern nur Rang drei. Für den erfolgsverwöhnten deutschen Frauen-Skullbereich Grund genug, sich bis zum Olympischen Finale Gedanken zu machen, wie weitere Optimierungen möglich sind. mh