Auf den Spuren von Phil Taylor

Steeldart - In Auenstein waren die City-Gents Gastgeber für die besten Spieler des Landes. Am vergangenen Wochenende spielten acht Vereine der Baden-Württembergliga – darüber gibt es nur noch die Bundesliga – um Meisterschaftspunkte.

Von unserem Redakteur Alexander Bertok

Auf den Spuren von Phil Taylor
Frau gegen Frau und Mann gegen Mann: Beim Ranglistenturnier am Sonntag ging es um wichtige Punkte für die Teilnahme am German Masters.Fotos: Bertok

Steeldart - Totenstill ist es in der Auensteiner Tiefenbachhalle nicht, aber doch angenehm ruhig. An den Dartscheiben herrscht rege Betriebsamkeit, wenngleich ohne jegliche Hektik. Umringt von Teamkollegen und Schaulustigen werfen die Spieler ihre Pfeile auf die Dartscheibe. Konzentration ist alles beim Dartsport.

Am Samstag spielten in Auenstein acht Vereine der Baden-Württembergliga − darüber gibt es nur noch die Bundesliga − um Meisterschaftspunkte. Am Sonntag stand das vierte von sechs Turnieren der BW-Rangliste auf dem Programm. Ausrichter war der Dart-Club City Gents aus Ilsfeld-Auenstein. Fast jeder hat in seiner Kindheit schon mal einen Dartpfeil in der Hand gehabt und weiß, wie schwer es ist, damit den anvisierten Punkt auf der Sisalscheibe zu treffen. Alternativ gibt es das E-Dart (Electronic-Dart, auch als Soft-Dart bezeichnet. Die Pfeilspitzen bestehen aus Kunststoff, ebenso die perforierte Scheibe). Die Mitglieder des DC City Gents bevorzugen jedoch den altherkömmlichen Wettkampf, das Steeldart.

Oberliga-Vierter

Am Samstag waren die City Gents lediglich Zuschauer, oder vielmehr mit der Organisation und der Bewirtschaftung der Veranstaltung beschäftigt. "Wir gehören zur DLS, der Dart-Liga Schwaben, und spielen unterhalb der Baden-Württembergliga in der Oberliga", erzählt Schriftführer Patrick Diepold. "Wir sind derzeit Vierter unter acht Mannschaften. Der Rückstand auf den Tabellenführer Urbach beträgt aber nur drei Punkte." Die Ilsfelder haben drei weitere Teams im Spielbetrieb, zwei in der Bezirks- und eines in der Kreisliga.

In Deutschland war das Pfeilewerfen lange Zeit als Kneipensport verschrien. "Von diesem Image wollen wir weg. In England wurde der Dartsport vor dem 2. Weltkrieg sogar von der Königsfamilie unterstützt", weiß Diepold. Der Weltverband hat für 2024 den Antrag zur Aufnahme in das olympische Programm gestellt.

Was für die Fußballer Lionel Messi, das ist für die Dartfans Phil Taylor. Der 52-Jährige wurde kürzlich zum 16. Mal Weltmeister. "The Power", so der Kampfname des Engländers, gilt als bester Dartspieler aller Zeiten. "Die Taylors und Co sind Profis, die trainieren acht Stunden am Tag, wir einmal in der Woche. Wobei natürlich jeder daheim eine Dartscheibe im Keller hängen hat", berichtet Ralf Hannss, 2. Vorstand der City Gents. "Ein Taylor kommt bei einem Wettkampf auf einen Schnitt von knapp über 100 Punkten mit drei Darts. Wenn wir in der Oberliga gut drauf sind, reicht es für 70 bis 80 Zähler, im Normalfall sind es aber 50 bis 60."

In der Regel wiegt ein Steeldart zwischen 16 und 29 Gramm. Erlaubt sind aber Pfeile bis 50 Gramm. Die bekomme ich aber kaum auf die Scheibe, da muss ich schon mit aller Kraft werfen", sagt Diepold. Schon die Körperhaltung verlangt ein hohe Konzentration. "Im Idealfall", klärt Hannss auf, "ist der Körper total regungslos, lediglich der Ellenbogen sollte sich bewegen." Aber jeder Spieler hat seine eigene Technik.

Konzentration

Wie gut die eigene Technik ist, durfte ein Teil der City-Gents-Mitglieder am Sonntag beim Turnier der Baden-Württemberg-Rangliste unter Beweis stellen. Bedingt durch die Wetterverhältnisse (Blitzeis) waren die Teilnehmerfelder bei den Herren (59) und Damen (16) geschrumpft. City-Gents-Spielerin Frauke Rost wurde Neunte. "Das erste Spiel habe ich gewonnen, das zweite und dritte aber verloren und ich bin ausgeschieden", war Rost mit dieser Bilanz nicht zufrieden. "Nach dem samstäglichen Arbeitseinsatz war eine gewisse Müdigkeit da und es fehlte daher etwas die nötige Konzentration."

Frauke Rost verbesserte sich in der Gesamtwertung dennoch um eine Position auf Platz 15. "Mein Ziel ist es, unter die ersten Zehn zu kommen, das wäre die Qualifikation für das German Masters. Das ist noch zu schaffen, aber es wird schwer." Teamkollegin Jaqueline Pokojski ist diesem Ziel einen großen Schritt nähergekommen. Als Tagessiebte kletterte sie auf Gesamtrang acht. Neueinsteigerin Katja Grützmacher wurde 13.

Männer: 1. Marko Puls (DCOA Lauffen/1. Gesamtrang), 7. Tobias Müller (DCOA Lauffen/4.), 25. Daniel Sprudzs (DC City-Gents/49.), Sven Protthast (DC City-Gents/74.), Michael Hartung (DC City-Gents/45.), 33. Robin Holzmann (DC City-Gents/92), Ronny Neidhardt (DC City-Gents/97), Christian Pement (DC City-Gents/135.), Johannes Posthoff (DCOA Lauffen/135), 49. Denis Holzwarth (DCOa Lauffen/15.), Andre Grützmacher (DC City-Gents/152).

Auf den Spuren von Phil Taylor
Frauke Rost belegt in der BW-Rangliste derzeit Rang 15.