Viertelfinale: Red Devils legen knapp vor

Ringen  Der Ringer-Bundesligist schlägt im Viertelfinal-Hinkampf um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft Wacker Burghausen in der Neckargartacher Römerhalle vor 1100 Zuschauern mit 12:10.

Von Stefanie Wahl

Frank Stäbler ist der Vorzeigeringer in Deutschland. Also ist es auch im Sinne des Gegners, wenn er bei der Gala zum Sportler des Jahres im Kurhaus von Baden-Baden am Sonntagabend seine Sportart vertritt. „Ich hoffe, dass ich unter die Top Ten komme“, sagt Frank Stäbler.

Damit der 28-Jährige pünktlich ankommt, stimmen die Verantwortlichen des SV Wacker Burghausen vor dem Viertelfinal-Hinkampf am Sonntagnachmittag der Verlegung des Kampfes mit dem Weltmeister zu – Stäbler ist in der Klasse bis 75 Kilo im letzten Kampf vor der Pause dran. Gegen den deutschen Meister Matthias Maasch, seinen Freund, gewinnt er mit 5:2 und beschert dem VfL Neckargartach im SV Heilbronn am Leinbach einen 11:0-Halbzeitstand. 

Stattliche Kulisse

Schon zum Auftakt zeigt sich, dass die favorisierten Burghausener nicht nur durchgängig erstklassige Ringer in ihrem Kader versammeln, sondern auch äußerst flexibel in der Aufstellung ist. Im Schwergewicht braucht der Olympia-Fünfte von Rio, Eduard Popp, vor stattlicher Kulisse von 1100 Zuschauern Geduld, ehe er den um 35,9 Kilo leichteren EM-Dritten Ramsin Azizsir mit 5:1 nach Punkten schlägt.

In seinem zweiten Kampf im Trikot der Red Devils besiegt Erik Torba (bis 61 Kilo) Virgil Munteanu, doch der Klassik-Mann muss trotz eines 4:0 Vorsprungs zur Pause einige brenzlige Sekunden überstehen, ehe er mit 7:4 seinen persönlichen Punktsieg einfährt.

Hitziges Duell

Hitzig geht es auch im Duell zwischen Stefan Kehrer (98 Kilo, Freistil) und Benjamin Sezgin zu, doch der Neckargartacher behält die Nerven, schlägt den nationalen Titelträger mit 6:4 und erfreut die Zuschauer obendrein mit einer turnerischen Einlage.

Recep Topal (66 Kilo, Freistil) sammelt fleißig Wertungen gegen Enes Akbulut – wohl wissend, dass für den Rückkampf am Samstag (19.30 Uhr) in Burghausen aufgrund des Stilartenwechsels jeder Zähler besonders wertvoll ist. Sieben Sekunden vor dem Ende steht die technische Überlegenheit und aus den Boxen dröhnt: „Wir feiern die ganze Nacht.“

Vorsprung schmilzt nach der Pause

Der deutliche Vorsprung zur Pause trügt etwas. Die Neckargartacher Devise lautet weiter: kämpfen. Einsatz zeigen. In der Klasse 57 Kilo Freistil unterliegt Levan Metreveli Vartanov mit 1:3 gegen Wladimir Egorov, aber schon Pascal Eisele peitscht nach seinem hart erarbeiteten 2:1 bis 86 Kilo klassisch gegen Eugen Ponomartschuk die Zuschauer weiter an, der 24-Jährige weiß: Es folgen weitere Schlüsselkämpfe.

Wie jener von Christian Fetzer (71 Kilo, griechsch-römisch) gegen den jungen Michael Widmayer. Stark in der Bodenlage, kämpft der 33-Jährige, unterliegt jedoch mit 1:3. Wie auch Spaniens Meister Taimuraz Friev (80 Kilo, Freistil), der dem russischen Titelträger Kakhaber Khubezhty technisch unterlegen ist.

Auf 12:6 schmilzt der Vorsprung der Teufel vor dem letzten Kampf zwischen Christian Maier (75 Kilo, Freistil) und Vizeweltmeister Magomedmurad Gadzhiev. Der deutsche Vizemeister wehrt sich tapfer, doch auch er ist technisch unterlegen. Burghausen verkürzt auf den 12:10-Endstand und hat nun im Rückkampf die Vorteile auf seiner Seite.