Viertelfinale: Red Devils brauchen ein Punktepolster

Ringen  Die Bundesliga-Ringer vom VfL Neckargartach treffen am Sonntag um 15 Uhr in der Römerhalle im Viertelfinal-Hinkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft auf Wacker Burghausen.

Von Alexander Bertok

VfL Neckargartach braucht ein Punktepolster

Die erste K.o.-Runde zur deutsche Mannschaftsmeisterschaft haben die Red Devils gegen den SV Halbergmoos wie erwartet gemeistert. Nun wartet das Viertelfinale. Dieses zu überstehen, wird deutlich schwerer. Erneut geht es gegen einen Verein aus Bayern, den FC Wacker Burghausen.

Der VfL Neckargartach hat den Nachteil, am Sonntag um 15 Uhr zuerst in der Römerhalle antreten zu müssen. Burghausen kann sich samstags darauf im Wacker-Hexenkessel von den eigenen Fans zu Höchstleistungen anfeuern lassen.

"Mit dem Einzug in das Viertelfinale haben wir unser Saisonziel bereits erreicht", sagt VfL-Trainer Marcus Mackamul, sieht die zweite K.o.-Runde aber keinesfalls nur als Zugabe. "Bei uns haben jetzt alle Lunte gerochen, nun wollen wir ins Halbfinale."

Kampf ist fast wie ein vorweggenommenes Finale

Auch Abteilungsleiter Jens Petzold weiß, welch dickes Kaliber auf sein Team zurollt. "Das ist für mich ein mögliches vorweggenommenes Finale. Wacker Burghausen ist mit dem Ziel, Meister zu werden, in die Saison gestartet", schiebt Petzold die Bayern in die Favoritenrolle. "Könnten wir in Bestbesetzung antreten, wäre es eine 50:50-Angelegenheit, doch so ist unser Team der 40:60-Außenseiter."

Neben den verletzten Christian Maier, Julian Mayer, Zaur Efendiev und Cornel Predoiu dürfte erneut auch Valentin Lupu fehlen. "Wir brauchen uns dennoch nicht zu verstecken", weiß Mackamul aber, dass in eigener Halle mit fünf, am besten sechs Punkten Vorsprung gewonnen werden sollte, um im Rückkampf in Burghausen bestehen zu können.

Im zweiten Aufeinandertreffen ist das Wacker-Team aufgrund des Stilartenwechsels stärker einzuschätzen. Im Achtelfinale ist Burghausen bei Johannis Nürnberg nicht in Topbesetzung angereist, so dass dem 13:13 in diesem Duell eher weniger Bedeutung zufällt. Das 23:8 in eigener Halle hat mehr Aussagekraft.

Burghausen reist mit Topringern an

VfL Neckargartach braucht ein Punktepolster
Christian Fetzer und seine Teamkameraden von den Red Devils wollen sich auch am Sonntag von den eigenen Fans in der Römerhalle feiern lassen. Foto: Andreas Veigel  

"Burghausen ist in allen Gewichtsklassen doppelt und hochkarätig besetzt", warnt Mackamul vor einem Gegner, der im Freistilbereich bestens besetzt ist, aber auch im klassischen Stil etliche Top-Athleten aufbietet. So wie Tamás Lörincz im Limit bis 75 Kilogramm. Der Ungar ist aktueller WM- und EM-Dritter und könnte auch in der Klasse bis 80 Kilo auf die Matte gehen.

"Lörincz ist technisch einer der besten Ringer der Welt", hebt Mackamul hervor. Mit Michael Widmayer (71 kg, DM-Zweiter 2016, U23-EM-Siebter 2017), Matthias Maasch - der dreimalige deutsche Meister (aktuell 71 kg) startete bei der WM (66 kg) und punktete für Burghausen zuletzt in der 75 Kilo-Klasse - sowie Ramsin Azizsir (98 kg, EM-Dritter 2017, er könnte im 130-Kilo-Schwergewicht auch Gegner des VfL-Olympia-Fünften Eduard Popp werden) haben die Bayern weitere starke Griechisch-Römisch-Spezialisten im Team.

Im Freistil bieten die Gäste unter anderem auf: Vladimir Egorov (57 kg, EM-Zehnter 2017), Mikiay Naim (61 kg, U23-WM-Zweiter 2017), Beka Lamtatze (61 kg, WM-Zweiter 2016), Magomedmurad Gadzhiev (71 kg, WM-Zweiter 2017), Kakhaber Khubezthty (75 kg, mehrmaliger russischer Meister), Benjamin Sezgin (80 kg, DM-Erster und EM-Zehnter 2017) und Erik Thiele (98 kg, WM-Zweiter der Junioren 2016). Jeder dieser Ringer kann problemlos eine Klasse hochrücken oder Gewicht machen und ein Limit darunter antreten.

Es kommt auf jeden Punkt an

"Bei diesem Aufgebot müssen wir aus allen Rohren schießen", weiß Mackamul, dass es auf jeden Punkt ankommt und jeder Fight zu einem Schlüsselkampf werden kann. "In Sachen Personal gehe ich sämtliche Rechen-Exempel durch, um im Aufstellungspoker die besten Karten in der Hand zu haben."

Burghausen hat bei seinen vielen Ausländern die schwere Wahl, welche vier zum Einsatz kommen. Dieses Problem könnte sich für Neckargartach als Vorteil erweisen. "Unser Team hat bisher so viel Charakter gezeigt, dass ich überzeugt bin, auch gegen diesen Gegner nicht chancenlos zu sein", ist VfL-Ringerboss Jens Petzold trotz seines reduzierten Kaders durchaus zuversichtlich und baut auf den Teamgeist.

"Bisher hat immer wieder der eine für den anderen die Kohlen aus dem Feuer geholt. Die Mannschaft hat mich im gesamten Rundenverlauf noch nie enttäuscht und wird dies auch im Viertelfinale nicht tun."