Teuflisch: Neckargartach unterliegt Mainz mit 11:18

Ringen  Ringer-Bundesligist Red Devils verliert im dritten Kampf gegen den Favoriten

Von Stefanie Wahl

Die Red Devils Fabian Fritz (oben) und Bogdan Eismont bereiten sich auf ihren Einsatz vor.  

Bei der Vorstellung hat es noch Shakehands und Umarmungen zwischen den Bundesliga-Ringern des VfL Neckargartach im SV Heilbronn am Leinbach und dem ASV Mainz 88 gegeben, doch auf der Matte ist es am Samstagabend vor 725 Zuschauern in der Römerhalle im dritten Heimkampf der Saison schnell vorbei gewesen mit den Nettigkeiten. Die Unterländer kämpften bravourös, unterlagen jedoch erstmals in dieser Saison - mit 11:18.

Eines ist von schon vor dem ersten Griff klar gewesen: Der Heimkampf der Red Devils gegen den ASV Mainz 88 wird eine enge Sache. Genauso ist es gekommen. Zum Auftakt ist Levan Metreveli Vartanov bis 57 Kilo im Neckargartacher Trikot gegen Beka Bujashvili ohne Chance gewesen, der gebürtige Georgier unterlag mit 2:10.

Passiver Gegner

Mit 33,2 Kilo Gewichtsvorteil ist Schwergewichtler Eduard Popp gegen Wladimir Remel auf die Matte. Konzentriert und kontinuierlich sammelte der Olympia-Fünfte unter lautstarken „Eddy-Rufen“ Punkte – und schlägt seinen passiv agierenden Kontrahenten mit 13:0. Das ärgert besonders Trainer Markus Mackamul, für Popp hat er nur Lob: „Er hat sehr stark gerungen.“

0:10 stand es bereits nach 24 Sekunden gegen Valentin Lupu (bis 61 Kilo). Der Neckargartacher kämpfte tapfer, musste aber nach 3:24 Minuten die technische Überlegenheit von Ilir Sefai anerkennen, die Mainz vier Punkte einbrachten und Neckargartach sehr weh getan haben.

Blitzschnelle Aktionen

Schwer hatte es Stefan Kehrer im Duell bis 98 Kilo mit dem mehrmaligen nationalen Meister Georg Gabriel Stark. Seine 0:3-Niederlage brachte Recep Topal unter Zugzwang. Der Türke mit den goldenen Ringerschuhen, der vom KSV Aalen zu den Red Devils gekommen ist, mühte sich – und hatte mit seinen blitzschnellen Aktionen bis 66 Kilo im Freistil auch Erfolg. Der 24-Jährige besiegte den Zweiten der deutschen Meisterschaften, Niklas Dorn, mit 5:2. Somit stand es zur Halbzeit 5:9. „Es wird schwer, Mainz ist ausgeglichen stark“, sagte Markus Mackamul und schwörte seine Mannen teuflisch ein.  

Ringerfuchs Fetzer

Bogdan Eismont (bis 86 Kilo) gelang trotz eines aufopferungsvollen Kampfes kein Erfolg. Eine Unachtsamkeit in der Bodenlage nutzte Mark Madsen zum 5:0-Punktsieg. Stimmung kam wieder auf, als der 33-jährige Ringerfuchs Christian Fetzer in der Klasse bis 71 Kilo Ruslan Kudrynets nah an der Schulterniederlage hatte, sich gegen den zweimaligen ukrainischen Juniorenmeister trotz eines Cuts oberhalb des rechten Auges nach sechs Minuten dann aber mit 8:3 durchsetzte.

Orkan Taimuraz

Wie ein Orkan wirbelte Taimuraz Friev (bis 80 Kilo) über Tim Müller hinweg. Der Mainzer war gegen die Griffe des 31-jährigen Spaniers völlig überfordert. Die Konsequenz: technische Überlegenheit und der 11:11-Ausgleich für die Neckargartacher. Hoffnung keimte auf. Nachdem Freistil-Mann Zaur Efendiev (bis 75 Kilo) gegen Soner Demirtas aber technisch unterlegen (0:15) ist, hat in der gleichen Gewichtsklasse wieder einmal Fabian Fritz die Chance, im letzten Kampf des Abends gegen Balint Korpasi noch das Remis zu retten. Vor seinem Auftritt hat er noch Blumen zur Hochzeit von Ringer-Chef Jens Petzold erhalten, doch auf der Matte gibt es keine Geschenke. Fritz verliert 0:11 nach Punkten, die Neckargartacher mit 11:18.