Red Devils verpassen die große Weihnachtsüberraschung

Ringen  Die Bundesliga-Ringer des VfL Neckargartach unterliegen beim SV Wacker Burghausen klar mit 5:17 und scheiden im Viertelfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft aus.

Von Stefanie Wahl

Christian Maier
Christian Maier von den Red Devils.

Foto: Dennis Mugler/Archiv

 

Saisonende vor Heiligabend. Der Aufsteiger aus Neckargartach hat dem Favoriten SV Wacker Burghausen am Samstagabend vor 1500 Zuschauern, die die Sportparkhalle in einen Hexenkessel verwandelt haben, nicht noch einmal ein Bein gestellt und deutlich mit 5:17 verloren, nachdem die Roten Teufel schon zur Halbzeit mit 1:9 hinten gelegen und den Zwei-Punkte-Vorsprung aus dem Hinkampf verloren hatten.

Zu stark besetzt und zu variabel in der Aufstellung ist der exzellente Kader von Trainer Michael Schrader, der nun am 6. Januar 2018 im Halbfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft auf den ASV Mainz trifft. Für die Red Devils ist die Bundesliga-Premierensaison zwar vorüber, doch das Team hat sein erklärtes Ziel erreicht – und Trainer Marcus Mackamul sagt nach dem Aus in Oberbayern: „Das Ergebnis geht vollkommen in Ordnung. Für mich gibt es keinen Stärkeren, die Mannschaft muss ins Finale einziehen. Doch auch ein großes Lob an mein Team, das aufopferungsvoll gekämpft hat. Mehr ging durch die Blessuren und Verletzten einfach nicht.“

Drei Sieger

Nur Erik Torba (66 Kilo, Griechisch-Römisch), Weltmeister Frank Stäbler (75 Kilo, Griechisch-Römisch) und Taimuraz Friev (86 Kilo, Freistil) haben in Burghausen ihre Kontrahenten besiegt. Zu wenig, um gegen das mit Weltklasseringern bestückte Team vor der beeindruckenden Kulisse zu bestehen. „Die Burghausener haben alles mobilisiert und uns damit das Leben schwer gemacht“, sagt Marcus Mackamul, der trotzdem einer der ersten Gratulanten gewesen ist. Der Ex-Bundesliga-Ringer hat schon nach den Niederlagen von Youngster Konstantin Schmidt (57 Kilo, Griechisch-Römisch) und dem knappen 1:2 von Schwergewichtler Stefan Kehrer gegen den wieder genesenen Erik Thiele  gespürt, dass die „Burghausener Welle ins Rollen kommt“.

In der Klasse bis 61 Kilo misslingt dann auch Levan Metreveli Vartanov die Revanche gegen Vladimir Egorov – und das, obwohl er das Duell lange offen hält. Doch in der letzten Kampfminute zieht der 22-jährige Mazedonier von 2:2 auf 9:2 davon. Auch U23-Europameister Etka Sever (98 Kilo, Griechisch-Römisch) bleibt beim 0:5 gegen Ramsin Azizsir ohne einen Mannschaftszähler. 

Friev verkürzt

Erst der erfahrene Spanier mit den enormen Freistil-Qualitäten, Taimuraz Friev (bis 86 Kilo), bringt nach seiner klaren Niederlage im Hinkampf die Neckargartacher mit einer hoch konzentrierten Leistung wieder etwas heran, weil er den auf der Matte unangenehmen Benjamin Sezgin mit 7:2 bezwingt. Christian Fetzer (bis 71 Kilo) gelingt Ähnliches gegen Markus Fürmann nicht. Er ist ein Klassik-Mann, schlägt sich selbst nach einer Verletzung am Sprunggelenk noch wacker und unterliegt mit 3:7. Burghausen baut seine Führung aus – im sicheren Wissen, noch einige Topleute zu haben.

Duell unter Freunden

Wie in der Klasse bis 80 Kilo (Griechisch-Römisch) Tamas Lörincz. Der Ungar liefert Pascal Eisele ein offenes Duell – ehe er eine Bodenlage des Neckargartachers gnadenlos ausnutzt. Ohne Ansatz zieht er und hebt den WM-Dritten von Paris aus. Der Ungar siegt nach Punkten 5:0, damit liegt Burghausen in der Addition mit 13:3 vorne. Mehr als einen 3:0-Erfolg holt auch Weltmeister Frank Stäbler, der im nächsten Jahr Papa wird,  im Spitzenkampf gegen seinen Freund Matthias Maasch nicht heraus.

Körperlich unterlegen ist der ehemalige Burghausener Christian Maier (bis 75 Kilo, Freistil) dem Weltklassemann Kakhaber Khubetzky, er schultert den VfL-Ringer. „Das ist nichts zu machen“, sagt Marcus Mackamul und fügt an: „Jetzt freuen wir uns trotzdem auf Weihnachten.“