K.o.-Runden-Auftakt: Den Grundstein legen für das Viertelfinale

Ringen  Jetzt wird es ernst. Nach zwölf Mannschaftsduellen in der Hauptrunde geht es für die Red Devils aus der Römerhalle von nun an in jedem Kampf um alles.

Von Alexander Bertok

Den Grundstein legen für das Viertelfinale

Am Samstag (19.30 Uhr) wartet der Achtelfinal-Hinkampf beim SV Siegfried Hallbergmoos. Minimum zwei, höchstens acht Wettkämpfe hat der VfL Neckargartach im SV Heilbronn am Leinbach noch vor sich.

Das Motto lautet: je mehr, desto besser. Der Einzug in das Halbfinale, die K.o.-Wettbewerbe fünf und sechs, ist keine Utopie. Die Vereinsverantwortlichen erwägen in diesem Fall ihren Heimkampf auswärts auszutragen - die Kapazität der Römerhalle würde für so ein Event nicht ausreichen.

Im Gespräch ist die Ludwigsburger MHP-Arena, in der die Ludwigsburger Riesen ihre Punktspiele in der Basketball-Bundesliga bestreiten.

Mackamul: "Karten werden neu gemischt"

"Die Karten werden jetzt nochmals neu gemischt, wir schauen daher nicht über den ersten Playoff-Kampf hinaus", sagt VfL-Trainer Marcus Mackamul vor dem K.o.-Duell-Auftakt beim bayerischen Traditionsverein SV Siegfried Hallbergmoos.

"Das Los passt. Es ist eine lösbare Aufgabe und somit ein guter Einstieg in die Playoffs. Aber wir müssen wachsam sein, Hallbergmoos könnte sich als ebenbürtiger Gegner erweisen, den wir daher nicht zu sehr auf die leichte Schulter nehmen dürfen", zeigt Mackamul Respekt, aber auch Zuversicht. "Ohne überheblich zu wirken, uns bietet sich eine realistische Chance, das Viertelfinale zu erreichen. Wir fahren nach Bayern, um mit einem Sieg die Heimreise anzutreten."

In der knapp 11.000 Einwohner zählenden Gemeinde - 25 Kilometer nördlich von München im Landkreis Freising im Erdinger Moos - wollen die Unterländer den Grundstein für den Einzug in das Viertelfinale legen, der eine Woche später in der Römerhalle perfekt gemacht werden soll.

Popp: "Auf dem Papier sind wir Favorit"

Den Grundstein legen für das Viertelfinale

Die Kämpfe in jeder K.o.-Runde werden wie Vor- und Rückrunde im Stilartenwechsel gerungen. So kommt in Hallbergmoos wie im ersten Saisonabschnitt in der 130 Kilogramm-Klasse im Griechisch-Römisch Eduard Popp zum Einsatz. In Neckargartach geht dann im Freistil wieder Stefan Kehrer auf die Matte. "Die Bayern habe ich bisher nicht so im Blick gehabt, aber die sind sicherlich kein Titelaspirant. Ich denke, auf dem Papier sind wir in der Favoritenrolle", ist auch der Olympia-Fünfte und WM-Neunte Popp zuversichtlich.

Levan Metreveli Vartanov, zuletzt im Limit bis 61 Kilo Freistil gefordert, geht zurück in die 57-Kilo-Klasse und dürfte für einen erfolgreichen Auftakt in der Hallberghalle sorgen. Dann folgt Popp, Neckargartach könnte nach den ersten beiden Duellen mit fünf oder sechs Punkten in Front liegen. Im zweiten Abschnitt des Wettkampfs werden wohl Taimuraz Friev, Pascal Eisele und Frank Stäbler alles klar machen. Wer in Hallbergmoos letztendlich ins Gefecht geschickt wird, da lässt sich der Trainer nicht in die Karten schauen.

Nichts wird dem Zufall überlassen

Doch Mackamul will nichts dem Zufall überlassen, und so dürfte Weltmeister Stäbler ebenso dabei sein wie der WM-Dritte Eisele. Seine Bronzemedaille hatte Griechisch-Römisch-Spezialist Eisele im 80-Kilo-Limit gewonnen. Da in dieser Klasse im Hinkampf aber Freistil gerungen wird, könnte der 24-Jährige eine Kategorie höher (86 kg) antreten und dort auf den Schweden Alex Kessidis treffen. Auch Kessidis ist eigentlich ein 80-Kilo-Mann. Beide standen sich bereits Ende August bei der Weltmeisterschaft in Paris gegenüber. Eisele siegte in der Hoffnungsrunde 6:1.

Zu beachten sind bei den Hallbergmoosern mit Vilius Laurinaitis (98 kg, Platz acht), Justas Petrovicius (59 kg, Platz 14) und Hussam Omar (66 kg, Platz 20) auch noch drei weitere WM-Teilnehmer. Bester Punktesammler der Bayern in der Hauptrunde war Ergün Aydin (80/86 kg Freistil), der sieben seiner zehn Kämpfe gewann und dabei 26 Punkte einsammelte.

Brisanz in jedem Mann-gegen-Mann-Duell

"K.o.-Runden haben ihre eigene Gesetzmäßigkeit, da steckt in jedem einzelnen Mann-gegen-Mann-Duell Brisanz. Man erlebt immer wieder, dass ein Favorit auf der Strecke bleibt", weiß Mackamul. "Schon eine unerwartete Niederlage an einem Kampfabend kann alles kippen, da für die nachfolgenden Ringer der Druck enorm steigt."