Eduard Popp verzichtet auf EM

Ringen  Der Olympia-Fünfte und WM-Neunte des VfL Neckargartach macht Pläne für die kommende Zeit: An der Europameisterschaft im März nimmt er nicht teil. Dafür steht er in der Bundesliga nun wieder auf der Matte.

Von Alexander Bertok

In der K.o.-Runde greift Popp wieder ein
Eduard Popp hatte zuletzt viel Zeit für Trainingsstunden. Am Samstag geht es nun aber wieder in der Bundesliga auf die Matte.

Foto: Archiv/Bertok

 

Ringer in der Mannschafts-Bundesliga sind überwiegend "Zeitarbeiter". Die große Mehrheit der Athleten ist spezialisiert, kämpft entweder Griechisch-Römisch oder Freistil. Kommt so entweder im ersten oder zweiten Saisonabschnitt zum Einsatz, da in den einzelnen Gewichtsklassen von der Hin- zur Rückrunde die Stilarten gewechselt werden.

Ausgenommen ist die Klasse 75 Kilogramm, die über die ganze Saison in den Kategorien 75A und 75B in beiden Stilarten gerungen wird.

Eduard Popp, das Eigengewächs des Bundesligisten VfL Neckargartach im SV Heilbronn am Leinbach, war von Anfang September bis Mitte Oktober im Einsatz. Seither ist der Griechisch-Römisch-Olympia-Fünfte 2016 und WM-Neunte 2017 in Wartestellung, aber bei weitem nicht arbeitslos.

Noch bis Ende der Woche in Warendorf

"Dass ich zuletzt in der Mannschafts-Bundesliga pausiert habe, war für mich eher ein Vorteil", sagt Popp. "Die Zeit habe ich genutzt, um zielgerichtet zu trainieren, um mich auf die Aufgaben für 2018 vorzubereiten."

Zudem ist der aktuelle Unterländer Sportler des Jahres beim Arbeitgeber Bundeswehr gefordert. Seit Anfang November noch bis Ende dieser Woche absolviert das Mitglied der Sportfördergruppe Bruchsal jeweils von Montag bis Freitag in Warendorf neben den täglichen Trainingseinheiten einen Breitensport-Übungsleiter-Lehrgang.

Neben Theorie-Stunden gilt es sich in der Praxis in verschiedenen Sportarten zu bewähren. "Die Ballsportarten wie Volleyball oder Basketball liegen mir, da ist der Spaßfaktor am größten", erzählt der 26-Jährige. Auch Fußball kommt ihm entgegen, schließlich absolvierte er in jungen Jahren auch schon mal ein Probetraining bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Bruchsal, Schifferstadt, Römerhalle

Aufgrund seiner Kraftwerte als Schwergewichtsringer ist er prädestiniert für das Kugelstoßen. "Meine Technik ist sicherlich nicht optimal, aber ich war schon der, der die Kugel mit am weitesten gestoßen hat. Gemessen wurden die Weiten aber nicht", erzählt Popp. Ab Dezember ist der Sportsoldat dann wieder in Bruchsal, trainiert mit der Bundeswehr in Schifferstadt, aber auch bei seinem Verein VfL Neckargartach in der Römerhalle.

2017 ist für Popp nicht optimal verlaufen. Gleich zwei Verletzungen sorgten sportlich für Rückschläge. Nach den Olympischen Spielen 2016 wurde Popp am Sprunggelenk operiert, Anfang dieses Jahres folgte eine Meniskus-Operation. Bedingt durch die Trainings-Ausfallzeiten verzichtete Popp auf die Teilnahmen an den deutschen Titelkämpfen und der EM.

Nachholbedarf, was Grundlagen und Kraftwerte betrifft

Ende August reichte es bei der WM dennoch zu Platz neun. "Mein Knie meldet sich mitunter noch, aber im Großen und Ganzen ist alles gut verheilt", geht bei Popp der Daumen nach oben. "Das Training betreffend, habe ich absolut noch Nachholbedarf, was Grundlagen und Kraftwerte betrifft."

Noch bis Januar oder Februar gilt es an den Grundlagen für die Höhepunkte 2018 zu feilen. Zudem geht Popp ab Samstag wieder in der Bundesliga auf die Matte, zum Auftakt der K.o.-Runde, im Achtelfinale beim SV Hallbergmoos. Im Rückkampf in der Römerhalle muss Popp wegen des Stilarten-Wechsels wieder pausieren.

Verzicht auf die EM im März

"Die EM im März werde ich nicht ringen", erzählt Popp. Geplant sind das eine oder andere Vorbereitungsturnier, bevor es dann im Juni mit der deutschen Meisterschaft ernst wird. Die DM ist Pflichtprogramm, da geht es auch um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Oktober. "Meine Gegner schlafen nicht. Die Karten werden jedes Jahr neu gemischt", weiß Popp, dass die nationale Konkurrenz stärker wird.

Mit Christian John (TuS Adelhausen) und seinem Trainingspartner Jello Krahmer (KG Schorndorf/SVH Königsbronn) versuchen zwei junge ambitionierte Ringer, Eduard Popp die nationale Vormachtstellung streitig zu machen.

Trotz aller sportlicher Planungen wird Popp Ende März 2018 etwas kürzer treten, aus gutem und verständlichen Grund: Zu dieser Zeit wird Eduard Popp zum zweiten Mal Vater. Und das hat nun mal absolute Priorität.