Der Weltmeister gibt sich die Ehre

Ringen  Endlich ist es soweit: Frank Stäbler, der im Sommer zum VfL Neckargartach gewechselt ist, gibt am Sonntag (17 Uhr) gegen den SV Alemannia Nackenheim sein Debüt im Dress des Bundesliga-Aufsteigers.

Von Alexander Bertok

Der Weltmeister gibt sich die Ehre

Ende August gewann Frank Stäbler in Paris seinen zweiten Weltmeistertitel. Am Sonntag geht er erstmals für den VfL Neckargartach auf die Matte.

Foto: dpa

Stäbler gewann Ende August in Paris WM-Gold in der Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm im griechisch-römischen Stil. Bereits 2015 wurde der 28-jährige Musberger in Las Vegas Weltmeister im Limit bis 66 Kilogramm. Er ist damit einziger deutsche Ringer, der bei Welttitelkämpfen in verschiedenen Gewichtklassen triumphierte.

Stäbler hätte schon in der vergangenen Woche in Adelhausen und Mainz für die Red Devils aus Heilbronn auf die Matte gehen sollen, eine bakterielle Infektion verhinderte dies jedoch.

Antibiotika nach Hautverletzung

"Frank hatte sich eine Hautverletzung zugezogen, die sich entzündete und mit hochdosiertem Antibiotika behandelt werden musste", klärt VfL-Trainer Marcus Mackamul auf. "Wir haben gehofft, dass er uns jetzt gegen Nackenheim zur Verfügung steht. Am Mittwochabend hat er uns seine Zusage gegeben." Dass der Weltmeister dabei ist, sorgt für zusätzliche Motivation. "Wir sind heiß, wollen zurück in die Siegesspur", sagt Mackamul.

Stäbler teilte in einem Video auf seiner Facebook-Seite mit: "Ich bin zwar noch nicht in WM-Form, aber ich bin bereit zu kämpfen. Ich freue mich riesig, endlich in Neckargartach auf die Matte gehen zu können." Das Debüt des Sportsoldaten wird aber kein Selbstläufer.

In der Klasse bis 75 Kilo heißt sein Gegner Zoltan Levai. Der Ungar ist U23-Europameister und in dieser Saison noch unbesiegt. Ob Pascal Eisele seine Römerhallen-Premiere feiern kann, ist noch offen. Der WM-Dritte (80 kg GR) war bereits in Triberg für die Red Devils auf der Matte, lag aber in der vergangenen Woche Grippe erkrankt im Bett.

VfL-Ringer haben es nicht mehr in der eigenen Hand

Die Hauptrunde in der Ringer-Bundesliga Südwest neigt sich dem Ende entgegen. In den letzten drei Kampfabenden der Rückrunde haben es die Red Devils aus der Römerhalle nicht mehr in eigener Hand noch Zweiter zu werden. Die zurückliegende Woche bescherten der VfL-Mannschaft die Saison-Niederlagen Nummer zwei und drei und das Abrutschen in der Tabelle auf den dritten Rang, sechs Punkte hinter Spitzenreiter ASV Mainz und einen Zähler hinter Adelhausen.

Vor dem Heimkampf gegen den Viertplatzierten SV Alemannia Nackenheim ist klar, der VfL Neckargartach ist auf einen Ausrutscher der Adelhausener angewiesen. Doch daran glauben mag niemand mehr so recht, auch wenn der Zweite an diesem Samstag Gastgeber für den Ersten ASV Mainz ist. "Mainz ist durch und wird auf den einen oder anderen Topringer verzichten", rechnet Mackamul daher eher mit einer Mainzer Niederlage, auch "weil Adelhausen die stärkste Mannschaft der Rückrunde ist".

Hoffnungsträger SV Triberg

Die Hoffnungen, doch noch Zweiter zu werden, ruhen eher auf dem SV Triberg, bei dem sich die Heilbronner nur denkbar knapp 12:10 durchsetzten. Die Schwarzwälder sind am 17. November Gastgeber für den TuS Adelhausen.

Platz zwei allein, reicht jedoch nicht. Nur der punktbeste Zweitplatzierte aller drei Bundesliga-Gruppen ist für das Achtelfinale gesetzt und darf auf einen leichten Gegner hoffen. Wie auch immer sich die Tabelle zum Ende der Rückrunde am 25. November präsentiert, einen der 16 zu vergebenden Plätze für die K.o.-Runde haben die Devils sicher.

Aushängeschild Denis Kudla

"Für uns zählen nur noch Siege", sagt Mackamul. Doch die Hürde Nackenheim ist hoch. Die Rheinhessen aus dem Landkreis Mainz-Bingen haben etliche Spitzenringer in ihren Reihen. Aushängeschild ist Denis Kudla, aktueller Deutscher Meister im Griechisch-Römisch der Gewichtsklasse 98 Kilogramm, Olympia-Dritter und WM-Zweiter.

"Wir dürfen jetzt in unseren Bemühungen nicht nachlassen, es geht auf höchstem Niveau weiter", warnt Mackamul vor einer Mannschaft, die an einem guten Tage jeden Gegner in die Knie zwingen kann.

Shuttle-Bus

Aufgrund der begrenzten Parkmöglichkeiten an der Römerhalle setzt der VfL Neckargartach wieder einen Shutle-Bus ein, der im Fünf-Minuten-Takt ab 15.15 bis 16.30 Uhr vom Parkplatz Gesundbrunnen abfährt. Rückfahrt bis eine Stunde nach Kampfende.