Auch gegen den Letzten ist der Teamgeist gefragt

Ringen  Bundesligist VfL Neckargartach ist am Samstagabend gegen Tabellen-Schlusslicht ASV Urloffen der klare Favorit.

Von Alexander Bertok

Auch gegen den Letzten ist der Teamgeist gefragt

Christian Maier (rechts) und seine Mannschaftskollegen vom VfL Neckargartach sind am Samstag gegen Schlusslicht Urloffen in der Rolle des Favoriten.

Foto: Andreas Veigel

Fußballer jammern schon mal, wenn eine Englische Woche gespielt wird. Ringer sind da etwas belastbarer. Die Red Devils Heilbronn müssen in der Bundesliga Südwest an diesem Samstag (19.30 Uhr) vor eigenem Publikum gegen Schlusslicht ASV Urloffen zum dritten Mal innerhalb von acht Tagen auf die Matte.

"Mehrere Kämpfe in relativ kurzer Zeit sind bei uns Ringern nicht so das große Thema", erzählt VfL-Abteilungsleiter Jens Petzold, dass eine Englische Woche auch Vorteile hat. "Da entfällt das Gewichtmachen, man ist fokussierter und achtet mehr auf das, was man zu sich nimmt."

Platz drei untermauert

Nach der 11:18-Heimniederlage am vergangenen Samstag gegen Spitzenreiter ASV Mainz 88 setzten sich die Athleten des VfL Neckargartach, die Ringerabteilung des SV Heilbronn am Leinbach, am Feiertag beim SV Alemannia Nackenheim mit 18:11 durch. Untermauerten damit den dritten Tabellenplatz hinter den jetzt punktgleichen Nackenheimern. Beide Teams haben bisher vier Mannschaftskämpfe absolviert.

Souveräner und verlustpunktfreier Tabellenführer bleiben die Mainzer, die am Dienstag auch den TuS Adelhausen besiegt und damit zum fünften Mal in Folge triumphiert haben, allerdings mit viel Mühe und am Ende hauchdünn 14:13. Mainz ist nun endgültig der Topfavorit in der Bundesliga Südwest.

Petzold: "Bilanz über unseren Erwartungen"

"Wir sind sehr zufrieden, so wie es bisher gelaufen ist. Wir haben die Kämpfe gegen die drei Topteams in unserer Gruppe in der Vorrunde bereits hinter uns gebracht und 6:2 Punkte geholt. Eine Bilanz, die über unseren Erwartungen liegt", hebt Petzold die Ausgeglichenheit seines Kaders hervor. Ein ähnlich hohes Niveau in den einzelnen Gewichtsklassen ist die Stärke der Red Devils. "Patzt mal der eine unserer Jungs, dann holt der andere die Kohlen aus dem Feuer."

Ganz nach dem Motto: Einer für alle, alle für einen. Das ist der Geist des Teams, das ist der Charakter der einzelnen Athleten, lobt Petzold. "Es herrscht untereinander ein gegenseitiger Respekt. In unserer Truppe gibt es keine Diva, keinen mit Star-Allüren."

Gefährliche Situation

Am Samstag stehen die Red Devils gegen den punktlosen ASV Urloffen eigentlich "nur" vor einer Pflichtaufgabe. Alles andere als ein Sieg wäre eine äußerst negative Überraschung. Der letztjährige Zweitligist aus dem Ortenaukreis hat sich im Gegensatz zur stark aufgerüsteten Konkurrenz nur punktuell mit zwei Neuzugängen verstärkt. Da fällt es schwer, gegen die Top-Teams mitzuhalten.

"Das ist eine gefährliche Situation. Wir müssen gegen einen vermeintlich schwachen Gegner die Spannung hochhalten", mahnt Petzold. "Von der Aufstellung her sind wir der klare Favorit und können uns daher nur selbst schlagen, wenn nicht jeder mit der richtigen Einstellung auf die Matte geht." Urloffen hat zwar null Zähler auf der Habenseite stehen, wurde aber "bisher noch nie so richtig aus der Halle gehauen".

Verfügbar beste Aufstellung

Die Badener haben trotz ihrer Pleitenserie jeweils ein zweistelliges Mannschaftsergebnis erreicht. Für Petzold ein Indiz dafür, "dass beim ASV reichlich Qualität vorhanden ist". Enden zwei Kämpfe an einem Abend nicht wie erwartet, könnte das Jammern bei den Roten Teufeln groß sein. "Wir werden daher auch gegen Urloffen mit der am Samstag verfügbar besten Aufstellung antreten", sagt Petzold.