Neckarsulmerinnen lassen Tempo vermissen

Handball  Der Erstligist Neckarsulmer Sport-Union geht gegen Blomberg-Lippe im zweiten Saisonspiel mit 23:30 unter. Nach der Niederlage beim Auftakt gegen Metzingen müssen die Handballerinnen damit die zweite Schlappe wegstecken.

Von Dominik Knobloch

Die Neckarsulmer Handballerinnen um Seline Ineichen (r.) hatten gegen Blomberg-Lippe alle Mühe mitzuhalten. Am Ende stand die zweite Niederlage im zweiten Saisonspiel zu Buche. Foto: Andreas Veigel

Mit Tempo hatte Neckarsulm Blomberg-Lippe überrollen wollen. Doch das Einzige, was gegen die HSG schnell war, war die Gewissheit darüber, dass für die Sport-Union auch im zweiten Bundesliga-Spiel der Saison nichts zu holen sein würde. Nach der Auftakt-Klatsche gegen Metzingen ging auch Partie Nummer zwei mit 23:30 (8:16) klar verloren.

Bittere Pleite

Unterlag die Sport-Union mit den Metzingerinnen zumindest noch einem der Meisterschaftsfavoriten, war die Pleite gegen Blomberg-Lippe besonders bitter. Gegen die TuS zeigte Neckarsulm immerhin zwei Gesichter, eine gute Halbzeit. Gegen die HSG sahen die 1017 Zuschauer dagegen Trauer- statt Tempospiel. Besonders die ersten 30 Minuten waren indiskutabel.

„Was wir heute in der ersten Hälfte gezeigt haben, ist kaum zu entschuldigen. Wir haben überhaupt nicht stattgefunden, hatten im Angriff keinen Druck“, sagte NSU-Coach Emir Hadzimuhamedovic enttäuscht: „Wir sind nicht dahin gegangen, wo es weh tut.“

Time-Out nach acht Minuten

Richtig weh tat dagegen der Neckarsulmer Start. Bereits nach acht Minuten segelte die grüne Time-Out-Karte von Hadzimuhamedovic auf den Tisch des Schiedsgerichts. Ein 2:6 leuchtete von der Anzeigetafel der Ballei. Nur beim Einlauf hatte die HSG auf sich warten lassen. Besonders Alicia Stolle war vom Anpfiff weg an voll da, erzielte drei der sechs Gästetore. Sie sollte die Partie über treffsicher bleiben.

Neckarsulm fand die ersten zehn Minuten dagegen gar nicht auf die Platte. Daran änderte auch die Auszeit nichts. „Die ein oder andere hat vielleicht zu viel gewollt und so haben wir völlig die Disziplin verloren und einfache Tore gefangen“, sagte Kapitänin Hannah Breitinger. Vorne ideenlos, hinten anfällig – als Hadzimuhamedovic erneut zur Grünen Karte griff, war der Rückstand in der 13. Minute schon auf 2:9 angewachsen. Zwei mickrige Male hatte Maike Daniels getroffen. Einmal aus dem Spiel, einmal von der Siebenmeterlinie. Sonst kam wenig bis gar nicht von der Neckarsulmer Abteilung für Attacke. Stattdessen wurde Blomberg-Lippe durch einfache NSU-Fehler zu Gegenstößen eingeladen.

Stabilere Defensive

Mit Svenja Kaufmann auf dem Feld wurde zumindest die Neckarsulmer Defensive ein wenig stabiler. Ein kleiner Lichtschimmer in einer düsteren ersten Hälfte, in der die Sport-Union überhaupt nicht zu ihrem Spiel fand und völlig verdient mit einem 8:16-Rückstand in die Kabine ging. 

Zwar fand die in der ersten Hälfte völlig abgemeldete Alena Vojtiskova nach dem Seitenwechsel ihrer Treffsicherheit, doch mit einer müden Verteidigung brachte das nur wenig. Im Gegenteil. Stolle durfte im Rückraum weiter machen, was sie wollte und nach 35 Minuten zum 20:10 für die HSG einnetzen.

Zwischenhoch ohne Sicherheit

Wirklich nahe kam Neckarsulm den in allen Belangen überlegenen Gästen nicht. Selbst ein Zwischenhoch von NSU-Keeperin Ann-Cathrin Giegerich brachte ihrem Team keine Sicherheit. Zehn Minuten vor der Schlusssirene lag Blomberg-Lippe noch immer mit 25:16 vorne.

Auch einen echten Endspurt schafften die Neckarsulmerinnen an diesem schwachen Mittwochabend nicht. Nur ein wenig Ergebniskosmetik war der Sport-Union in den Schlussminuten noch vergönnt. Es war ein schwacher Trost.

 

Neckarsulm: Giegerich, Herrmann, Brausch – Kalmbach (2), Hoffmann (3), Breitinger (1/1), Gerber (2), Kaufmann (2), Tissekker, Daniels (4/1), Namat (1), Ineichen (1), Ineichen (1) Reimer (2/2), Vojtiskova (5).

Beste HSG-Schützinnen: Alicia Stolle (11), Franziska Müller (6).

Siebenmeter: NSU 5/4, HSG 3/1;

Zeitstrafen: 4/2. Zuschauer: 1017