Neckarsulm muss nachlegen

Handball  Gegen Aufsteiger Bensheim-Auerbach ist ein Sieg zu Hause Pflicht. Neuzugang Mette Gravholt könnte dem Handball-Bundesligisten bereits helfen.

Von Dominik Knobloch

Neckarsulm muss nachlegen

Drei Wochen lang stand für die Sport-Union keine Bundesliga-Partie auf dem Plan. Erst an diesem Samstag geht es bei den Neckarsulmerinnen um 18 Uhr zu Hause gegen Aufsteiger HSG Bensheim-Auerbach mit dem sechsten Saisonspiel weiter.

"Mit einem Sieg in die Pause zu gehen, war schon eine gute Sache", sagt NSU-Coach Emir Hadzimuhamedovic. Das jüngste 26:19 in Nellingen, die ersten Punkte, waren extrem wichtig für seine Truppe.

Gegen Aufsteiger Bensheim-Auerbach sollte die Sport-Union allerdings direkt nachlegen. Die Flames haben bislang noch keinen Zähler im neuen Klassement eingefahren, sind für Hadzimuhamedovic aber dennoch brandgefährlich: "Sie haben oft knapp verloren. Das wird kein leichtes Spiel. Die sind kampfstark, haben ein gutes Tempo und werden erste und zweite Welle laufen wie bekloppt."

Dass sein Team gegen den Zweitliga-Meister liefern muss, daraus macht aber auch Hadzimuhamedovic keinen Hehl: "Sie gehören sicher zu den Gegnern, die wir besiegen wollen und können. Bensheim zählt zum unteren Drittel der Liga, das sind Mannschaften mit ähnlichen Qualitäten wie wir. Die einen sind ein bisschen besser, die anderen ein bisschen schlechter." Auf die Flames dürfte letzteres zutreffen. Beim Kampf um die nächsten beiden Zähler fehlen wird der Sport-Union aller Voraussicht nach aber Torhüterin Melanie Herrmann.

Hinter dem Einsatz der NSU-Keeperin steht ein großes Fragezeichen. Sie hat vor einer Woche im Training einen Wurf an den Kopf bekommen und eine Gehirnerschütterung davongetragen. "Aktuell sieht es nicht gut aus. In ein bis zwei Tagen kann zwar noch viel passieren, aber selbst wenn, wäre es unverantwortlich, sie ohne Training ins Tor zu stellen", sagt Hadzimuhamedovic.

Es wäre ein bitterer Ausfall, denn in Nellingen gab die routinierte 28-Jährige der Sport-Union entscheidenden Rückhalt. Auch ohne Herrmann will Hadzimuhamedovic in der Defensive dieselbe Leistung wie gegen Nellingen sehen: "Unsere Abwehr müssen wir wieder in den Griff bekommen. In Nellingen war das gut, jetzt müssen wir die Leistung auch zu Hause bestätigen."

Offiziell bestätigt wurde am Mittwochabend die Verpflichtung der dänischen Kreisläuferin Mette Gravholt. Schon seit einer Woche ist sie mit ihrer Lebensgefährtin und dem neun Monate alten Sohn in Neckarsulm. Die 32-Jährige hat sich von Anfang an wohl gefühlt: "Mannschaft und Umfeld sind wirklich nett." Besonders die Ur-Neckarsulmerin Svenja Kaufmann hilft dem Neuzugang bei der Eingewöhnung. "Sie kennt sich hier super aus und kann einem auch mal sagen, wo es auf die Schnelle die beste Pizza gibt."

Eine große Unbekannte ist Deutschland für Mette Gravholt ohnehin nicht. Ihr Vater hat mehrere Jahre hier gearbeitet und auch sie war bereits einige Male zum Urlaub dort. Nicht nur deshalb ist die Sprachbarriere nicht allzu hoch: "Ich habe in der Schule auch Deutsch gehabt, kenne die Grammatik und verstehe es relativ gut. Ich habe allerdings bisher recht wenig Deutsch gesprochen." Das wird sich ab sofort ändern. Hören wird Gravholt vor allem Deutsch mit Schweizer Akzent. Schließlich teilt sie sich mit Seline Ineichen die Position am Neckarsulmer Kreis: "Wir können uns sportlich gegenseitig helfen. Sie ist eher größer und stärker, ich mehr der spielende Typ - das ergänzt sich sehr gut."

Bereit zu spielen wäre Neckarsulms Neue bereits an diesem Samstag gegen Bensheim-Auerbach: "Ich habe meine Lizenz und bin einsatzbereit. Jetzt entscheidet der Trainer." Der muss mit seinem Team gegen die Flames nachlegen, vielleicht ja mit der Hilfe von Mette Gravholt.

Frohe Weihnachten

Weihnachten steht fast schon vor der Tür - so liest sich zumindest der Spielplan der Sport-Union. Nach der Partie gegen Bensheim-Auerbach warten nur noch zwei weitere Begegnungen vor den Feiertagen. Am Samstag in einer Woche geht es zu den Vipers der HSG Bad Wildungen und einen Tag bevor das Christkind kommt, kommt am Samstag, den 23. Dezember, noch der HC Rödertal in die Ballei. Dazwischen ruht der Bundesliga-Ball weil die Frauen-WM auf dem Programm steht. Mit zwei Siegen könnte die Sport-Union für fröhliche Weihnachten sorgen. Denn sowohl Bad Wildungen als auch Aufsteiger Rödertal zählen zu den schlagbaren Gegner.