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Zeit für Revanche
Von unserem Redakteur Florian Huber
Tischtennis - Michael Hagmüller hat ein bestimmtes Aufwärmritual. Er tänzelt leichtfüßig durch die Halle, springt von einem Bein aufs andere. Ein bisschen erinnert der Tischtennisspieler dabei an einen Boxer vor einem großen Kampf. Per Kopfhörer stimmt er sich musikalisch auf das Duell am Tisch ein. "Je nach Stimmungslage mit ganz verschiedener Musik", sagt er. Einen Musikvorschlag für den letzten Spieltag Mitte März gibt es auch schon. Andrea Bocellis "Time to say Goodbye". Denn das Eigengewächs verlässt die Neckarsulmer Sport-Union nach dieser Saison.
Lebensmittelpunkt Der 27-jährige Sportwissenschaftler arbeitet für den Bayerischen Tischtennisverband in München. Dort ist nun sein Lebensmittelpunkt. "Durch die ständige Pendelei bleibt in Sachen Privatleben zu viel auf der Strecke", sagt Hagmüller, der in München unter anderem für die Trainerausbildung zuständig ist. Also wird er künftig für einen Münchner Verein spielen. "Ein paar Ligen tiefer, zusammen mit meinen beiden besten Freunden." Die Sport-Union sucht nun nach einem neuen Spieler, ansonsten wird auch in der nächsten Saison die Mannschaft aus dieser Saison an den Start gehen. Geringer soll der Trainingsumfang bei Michael Hagmüller allerdings nicht werden. "Ich will mein Niveau schon halten", sagt Hagmüller, der weiterhin drei bis vier Mal in der Woche aktiv an der Platte stehen möchte.
Das Niveau zu erhalten, wenn nicht gar zu verbessern, gilt auch aus Neckarsulmer Sicht für das Regionalliga-Derby an diesem Samstag (19 Uhr, Kraichgau-Halle) beim TV Bad Rappenau. Jener TV Bad Rappenau, mit dem Michael Hagmüller in der Vorsaison in die dritthöchste Liga aufgestiegen war. "Natürlich ist das ein besonderes Spiel für mich", sagt er. In der Vorwoche trainierte er sogar mit seinen ehemaligen Teamkollegen. "Wir haben da noch etwas gutzumachen", erinnert sich Hagmüller an das Hinspiel.
Anfang Oktober verloren die Gastgeber als großer Favorit das Hinspiel mit 5:9. "Da hatten wir uns in den Doppeln total verzockt", erinnert sich Lukas Kramer, Neckarsulms Nummer drei. Der 0:3-Rückstand nach den Doppeln war eine zu große Hypothek. "Jetzt ist aber Josef Braun wieder richtig fit", sagt Kramer: "Dieses Mal gewinnen wir."
Umstellung Ein weiterer Vorteil für die Unterländer: Rappenaus Kai Kappe rutschte aus Bilanzgründen von Position vier auf die fünf. Ralf Neumaier, der in der Hinrunde als Nummer fünf im hinteren Paarkreuz alle seine 15 Spiele gewann, hat es nun in der Mitte deutlich schwerer. "Trotzdem gewinnen wir dieses Mal erneut", ist der Badener optimistisch. Rappenaus Abteilungsleiter Jürgen Reichert wäre deshalb schon "mit einem 8:8 zufrieden. Noch einmal lassen sich die Neckarsulmer bestimmt nicht überraschen."
Bad Rappenau steht mit 13:7-Punkten auf Rang fünf, Neckarsulm als Tabellensechster hat 9:13-Punkte. "Es wird richtig schwer, am Ende noch vor den Rappenauern zu landen", sagt Michael Hagmüller: "Aber genau das ist unser Ziel."
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