Triathlon-Fieber greift um sich

Von Martina Braden


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Zaberfeld - Jeannette Deininger-Nordmann hat gerade den ersten Anstieg auf der Radstrecke in Zaberfeld hinter sich. Ihr Blick ist auf die Straße gerichtet. Unter ihrem Helm tropft das Wasser aus den Haaren und rinnt die Schläfen entlang. „Es geht mir gut“, bringt sie hervor und lacht sogar ein wenig dabei. „Nur an der Boje im See war unglaubliches Gedränge.“ Die 38-Jährige, die vor 18 Monaten Mutter von Zwillingen wurde, ist gerade dabei, ihre Triathlon-Premiere zu bestehen. Und mit ihr 20 andere Teilnehmer der Aktion D’WIDZ (Der Weg ist das Ziel).

Training

Seit Februar hat sich die bunt gemischte Anfänger-Truppe getroffen und wurde unter medizinischer Aufsicht von Betreuern des Tri-Teams Heuchelberg vorbereitet. Jetzt, nach vier Monaten hartem Training, finden sie nach 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen das Glück hinter der Ziellinie.

Die Motivation an dem Projekt teilzunehmen, war sehr unterschiedlich: Volker Ludwig etwa, ein Marathon-Läufer, der einfach mal etwas anderes ausprobieren wollte, belegte bei seinem ersten Triathlon gleich den 35. Platz (1:13:38 Stunden) von 101 Teilnehmern beim Volkslauf der Männer.

Zeit und Konkurrenten spielten keine Rolle: Für viele Teilnehmer der D’WIDZ-Aktion (Der Weg ist das Ziel) zählte es nur, irgendwie ins Ziel zu kommen.Foto: Guido Sawatzki 
Die Geschwister Sandra und Helga Weilbacher aus Heilbronn liefen zwar auf die hinteren Ränge, aber weder Konkurrenten noch die Zeit spielten eine große Rolle. „Es ging nur darum, es zu schaffen“, sagt Sandra Weilbacher. Und ihre Schwester fügt hinzu: „Jetzt im Ziel ist es einfach ein super Gefühl. Aber auf der Laufstrecke hatte ich ganz schön Schmerzen.“ Auch Klaus Hagenbuch aus Niederhofen ist glücklich. Sonst begleitet der 39-Jährige nur seine drei Töchter im Alter von sieben bis elf Jahren zu Triathlon-Wettkämpfen. Heute standen gleich vier Hagenbuchs auf der Startliste. Und der frischgebackene Zieleinläufer sagt: „Ich kann das Ganze jetzt besser nachvollziehen. Zum Beispiel die Aufregung und Hektik in der Wechselzone.“

Bewiesen haben die D’WIDZler, wie sie von den Organisatoren und Betreuern des Tri-Teams genannt werden, nicht nur einen erfolgreichen Kampf gegen den inneren Schweinehund, sondern auch, dass Triathlon keine Individualsportart sein muss: Zu zweit oder zu dritt rannten sie ins verregnete Ziel, feuerten sich an und fielen sich in die Arme. Das Triathlon-Fieber hat sie erwischt: Am Mittwoch soll der nächste Trainingstermin stattfinden – die Finisher sind sich einig: „Das war nicht unser letzter Wettkampf.“

Konzept

„Wir sind sehr zufrieden, das Konzept ist aufgegangen“, sagt Michael Wüst, der jüngste Betreuer der Aktion. Der 18-jährige Gymnasiast, der am Samstag selbst im Nachwuchswettbewerb gestartet ist, ist stolz auf seine Schützlinge. Nun soll eine Anfängergruppe im Tri-Team-Heuchelberg eingerichtet und die Triathlon-Familie erweitert werden. Die einzige, die vom D’WIDZ-Team nicht ankommt, ist Maryse Peltier. Sie hatte Pech: Im letzten Stück der Radstrecke hat ihr Fahrrad einen Platten – sie muss schieben. Gewonnen hat sie dennoch. Schließlich war der Weg das Ziel.



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