Sportlerwahl: Bär und Britsch bleiben die Besten

Von unserer Redaktion

Heilbronn - Zum vierten Mal in Folge heißen die Unterländer Sportler des Jahres Carina Bär (Ruderschwaben Heilbronn) und Dominik Britsch (Neckarsulmer Sport-Union). Für Britsch ist es sogar der fünfte Titel in Serie.

Beide Sportler wurden am Donnerstagabend vor rund 500 Gästen in Heilbronner Veranstaltungscenter Redblue im Rahmen eines kurzweiligen Bühnenprogramms vom Medienunternehmen Heilbronner Stimme ausgezeichnet.

 Bildergalerie: Fest des Sports | 02.02.
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Bär, die Vize-Weltmeisterin im Rudern in der Altersklasse U23 aus Bad Rappenau, setzte sich bei der Leserwahl mit über 1000 Punkten Vorsprung vor der Handballerin Helena Odenwald und der Tischtennisspielerin Lisa Mayer (beide Neckarsulmer Sport-Union) durch.

Bei den Männern ging es in diesem Jahr deutlich knapper zu. Knapp vierhundert Stimmen trennten den ehemaligen Junioren-Weltmeister und Box-Profi Dominik Britsch (Neckarsulm) vom Rollkunstläufer Markus Lell, der in der Lesergunst wiederum deutlich vor dem Möckmühler Radportler Yannick Mayer rangierte.

Insgesamt beteiligten sich 1155 Personen an der Leserwahl – und damit deutlich mehr als noch in den Vorjahren.

 

 

 

 

Carina Bär

Carina Bär 
Es sind schlechte Nachrichten für die Konkurrenz, ja sie sind fast ein bisschen furchteinflößend. Im Jahr 2011 ist Carina Bär Vizeweltmeisterin im Einer in der U-23-Klasse geworden, danach hat sie dem Deutschen Ruderverband bei der Aktiven-WM mit Nadine Wengert das Olympiaticket im Doppelzweier gerettet. Und dabei war der Kopf ganz woanders. Bei den vielen Medizinbüchern, bei Grafiken, Abbildungen und medizinischen Fachbegriffen. Zwischen den beiden Saisonhöhepunkten hat Carina Bär im Sommer ihr Physikum abgelegt.

Miss Multitasking hat auch diese Herausforderung am Ende mit der ihr selbstverständlichen Souveränität gelöst. Mit der Note 2,0 hat sie das Physikum bestanden, der erste Abschnitt des Medizinstudiums ist damit – natürlich erfolgreich – zu Ende gegangen. Carina Bär hat sich von nichts und niemandem aufhalten lassen. Nicht von einem Taschendieb, der ihr kurz vor dem Flug zur Aktiven-WM in Slowenien Laptop, Geldbeutel und Schlüssel geklaut hat, nicht von der Konkurrenz in den Ruderbooten.

Was passiert jetzt erst, wenn die 22-Jährige aus Bad Rappenau-Babstadt sich einzig und allein aufs Rudern fokussiert? Das Studium ruht im Olympischen Jahr 2012. Reiht man alle Trainingskilometer aneinander, die Bär auf dem Ergometer oder im Boot absolviert hat, dann wäre der Weg nach London schon geschafft. In genau einem halben Jahr, Anfang August, geht es dort um Gold, Silber und Bronze. Der Ort versprüht königlichen Charme. In der Nähe des Windsor Castles werden die Medaillen vergeben. Offen ist, für welches Boot sich die nun viermalige Unterländer Sportlerin des Jahres in Sachen London 2012 tatsächlich qualifiziert.

Der Doppelvierer, jenes Boot, in dem sie noch im Vorjahr gesessen hat, holte weltmeisterliches Gold. Einen Weltmeisterbonus für anderen gibt es aber nicht beim Deutschen Ruderverband, sagt Bärs Heimtrainer Marco Haaf deutlich: „Da werden die Karten in dieser Saison wieder ganz neu gemischt“, sagt der Bad Friedrichshaller. Im Rudern ist das Usus.

Carina Bär in der Athletendatenbank des Deutschen Ruderverbands
 

 

 

Dominik Britsch

Dominik Britsch 
Dominik Britsch hat sich für einen Beruf entschieden, in dem der nächste Wettkampf schon einen empfindlichen Karriereknick bedeuten kann. „Eine Niederlage kann einen im Boxen weit zurückwerfen“, sagt der 24-Jährige, der im Mittelgewicht startet, wo 72,574 Kilogramm das Limit sind. Umso bemerkenswerter lesen sich die Zahlen des Neckarsulmers: Der Profiboxer hat weiterhin eine hundertprozentige Erfolgsquote, ist seit nun 26 Kämpfen Seriensieger. Das wird registriert. Von der Konkurrenz. Und den Leserinnen und Lesern der Heilbronner Stimme, die ihn zum fünften Mal zum Unterländer Sportler des Jahres gewählt haben – logischerweise. Denn Dominik Britsch hat sich Jahr für Jahr gesteigert.

Sechs Mal stieg der Mann aus dem Sauerland-Stall 2011 in den Ring. Am 16. Juli holte er in der Münchner Olympiaeishalle seinen ersten Titel bei den Senioren, den Intercontinental-Gürtel nach Version der International Boxing Federation (IBF). Am 22. Oktober ging Dominik Britsch erstmals über zwölf Runden – quasi zu Hause, in Ludwigsburg.

„Ich komme viel rum, sehe die Welt“, sagt Dominik Britsch, der seit ein paar Wochen über die Regionsgrenzen hinaus zur Marke aufgebaut wird. „Ich fühle mich in Berlin, wo ich oft bin, wohl. Ich komme aber immer wieder sehr gerne nach Hause. Für mich ist es hier zu Hause am schönsten.“ Deshalb hat er es diesmal zum Fest des Sports endlich wieder passend machen können.

In den vergangenen Jahren war Dominik Britsch nicht leibhaftig beim Fest des Sports mit dabei gewesen. Mal sprach sein Vater Jürgen für ihn, mal wurde mit dem jungen Faustkämpfer telefoniert oder geskypt – Trainingslager. Diesmal war es grundsätzlich wieder so: Britsch feilt für den nächsten Kampf mit Cheftrainer Ulli Wegner in Kienbaum an der Form. In drei Wochen steht der nächste Kampf vor der Haustüre an, in der Porsche-Arena in Stuttgart. Dominik Britsch war am Donnerstagabend dennoch leibhaftig auf der Bühne. Er kommt gerne in die Heimat.

www.dominik-britsch.de




 




 




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